Die Schweiz steht erstmals seit 1954 wieder in einem WM-Viertelfinal. Weil das Spiel gegen Argentinien in Kansas City in der Nacht auf Sonntag um 03:00 Uhr Schweizer Zeit angepfiffen wird, haben mehrere Städte und Kantone kurzfristig Erleichterungen für Gastronomie und Veranstalter beschlossen. Ziel ist es, den Fans ein gemeinsames Erlebnis zu ermöglichen, ohne dass Betriebe und Behörden in Konflikt mit üblichen Sperrzeiten geraten.
Welche Regionen passen Regeln an?
Eine Reihe kantonaler und kommunaler Entscheide stehen bereits fest:
- Der Kanton Genf weicht vom kantonalen Gesetz über Restauration, Ausschank, Beherbergung und Unterhaltung ab und erlaubt den Betrieben, die ganze Nacht geöffnet zu bleiben.
- Auch im Kanton Jura ist eine Freinacht verfügt worden.
- Die Stadt Chur erlaubt den Gastrobetrieben im Ausgehgebiet Welschdörfli, das Spiel intern zu zeigen; andere Betriebe müssen für Verlängerungen eine Einzelbewilligung beantragen.
- In Locarno wird es ein grosses Public Viewing auf der Piazza Grande geben; die Stadt hatte einem Gesuch der Veranstalter des Festivals «Moon & Stars» bereits zugestimmt.
- In Zürich hat die zuständige Stadträtin einen entsprechenden Entscheid kommuniziert; in Basel informierte das Bau- und Verkehrsdepartement.
- Der Kanton Bern sowie die Stadt Bern haben Informationen an die Bevölkerung gegeben; Winterthur will am Donnerstag informieren.
Praktische Folgen für Gastronomie und Publikum
Die Ausnahmen erleichtern Betreiberinnen und Betreibern, das Spiel live zu zeigen, erhöhen jedoch auch die Anforderungen an Polizei und Veranstaltungsorganisation: Längere Öffnungszeiten bedeuten mehr Personalbedarf, erhöhte Lärmschutz- und Sicherheitsauflagen und in manchen Fällen die Notwendigkeit einer gesonderten Polizeibewilligung. Chur macht diese Differenzierung deutlich: Während einige Lokale das Spiel ohne weiteres im Innenbereich zeigen dürfen, brauchen andere Betriebe eine Einzelbewilligung für die Verlängerung der Polizeistunde.
| Ort | Entscheid |
|---|---|
| Genf (Kanton) | Ganznächtliche Öffnung der Gastronomie erlaubt (Abweichung vom Gesetz) |
| Jura (Kanton) | Freinacht bewilligt |
| Locarno (Stadt) | Grosses Public Viewing auf der Piazza Grande genehmigt |
| Chur (Stadt) | Ausgewählte Betriebe dürfen Innenübertragungen zeigen; andere benötigen Einzelbewilligung |
| Zürich / Bern / Basel | Behördliche Entscheide bzw. Mitteilungen ergangen; teils abweichende Regelungen |
Die Massnahmen sind Ausdruck einer breit abgestützten politischen Bereitschaft, dem Erfolg der Nationalmannschaft Rechnung zu tragen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Gleichzeitig bleibt zu beachten, dass solche Ausnahmen nur temporär gelten und örtliche Auflagen zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung nicht ausser Kraft gesetzt werden.
Für Fans bedeutet das: Wer das Spiel in einem Lokal oder an einem Public Viewing verfolgen will, sollte sich im Voraus informieren, ob eine solche Übertragung geplant ist oder ob ein Betrieb eine Bewilligung beantragt hat. Die Behörden betonen, dass individuelle Auflagen wie Lärmbegrenzungen, Sicherheitskonzepte und – wo nötig – gesonderte Polizeibewilligungen Bestand haben.