Vorfall während Enduro2 im Val de Bagnes
Während des Mountainbike-Rennens Enduro2 im Val de Bagnes sind am Wochenende Aufnahmen entstanden, die eine aufgeschreckte Kuhherde zeigen. Zwei Mountainbiker rasen einen Pfad hinunter; Kühe fliehen hörbar in Panik. Das Video verbreitete sich rasch in den sozialen Medien und löste breite Empörung aus.
Reaktionen aus Gemeinde und Veranstaltungsumfeld
Die Gemeinde und das lokale Tourismusbüro zeigten sich bestürzt. Jonathan Besse, stellvertretender Direktor des Tourismusbüros von Verbier, bezeichnete das Geschehene als inakzeptabel und betonte, dass dies nicht den Werten entspreche, die man in der Region vertrete und auch nicht der Art, wie eine Veranstaltung ablaufen solle.
Äusserung des Fahrers
Der Fahrer, der das Video veröffentlicht hat, erklärte gegenüber Le Nouvelliste, er habe Engstirnigkeit gezeigt und bedaure, die Sequenz auf Instagram geteilt zu haben. Er rechtfertigte das Verhalten der beteiligten Fahrer mit dem Kontext eines Zeitrennens und versicherte zugleich, dass er sich bei einem Spaziergang niemals derart verhalten würde. Zudem gab er an, nach der Veröffentlichung zahlreiche Hassnachrichten und Drohungen erhalten zu haben.
«Ich habe Engstirnigkeit gezeigt», gesteht der Urheber des Videos.
Konsequenzen und Bedeutung für Tourismus und Tierwohl
Der Vorfall berührt mehrere lokalpolitische und praktische Fragen: den Umgang zwischen Mountainbikern und Weidetieren, den Schutz von Nutztieren auf alpinen Weiden sowie die Organisation von Mountainbike-Events in einem Gebiet mit intensivem Freizeit- und Wirtschaftsleben.
Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Tourismusbetriebe ist vor allem das Image wichtig: Verletzungen von Tieren oder eine Eskalation zwischen Teilnehmenden und Bevölkerung können sich unmittelbar auf das Vertrauen in Veranstaltungen und auf das Sicherheitsgefühl vor Ort auswirken. Veranstalter müssen nun prüfen, ob Streckenführungen, Kommunikation an Teilnehmende und Auflagen zum Tierkontakt ausreichen.
Praktische Hinweise für die Bevölkerung und Teilnehmende
- Teilnehmende an Rennen und Fahrradtouren sollten sich vorab über Weidehaltung und Rinderverhalten informieren und langsamer fahren, wenn Nutztiere in Sicht sind.
- Veranstalter sind gehalten, Routen so zu planen, dass Konflikte mit Weidevieh minimiert werden; klare Verhaltensregeln und Kontrollen können helfen.
- Wer Beobachtungen von Tierstress oder Fehlverhalten dokumentiert, sollte dies verantwortungsbewusst melden – nicht durch Hetze in sozialen Medien, sondern an zuständige Behörden oder Veranstalter.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 9. Juli 2026 | Verbreitung des Videos und Reaktionen von Öffentlichkeit und Gemeinde |
| gleichentags | Stellungnahme des Fahrers gegenüber Le Nouvelliste |
Der Fall zeigt, wie schnell Medieninhalte lokale Debatten anstossen können. Massnahmen zur Prävention von Tierstress bei Sportanlässen dürften nun verstärkt thematisiert werden, sowohl von Veranstaltern als auch von Behörden in der Region Verbier/Val de Bagnes.