Gesellschaft Ecône Kanton Wallis

Nach Bischofsweihen in Ecône: Papst exkommuniziert Pius‑Bruderschaft und Anhänger

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. weihte in Ecône vier Bischöfe ohne päpstliche Zustimmung. Der Vatikan bezeichnet die Handlung als «Akt schismatischer Natur» und wehrt sich mit einer Exkommunikation, die auch die rund 600.000 Angehörigen der Bruderschaft betrifft.

Nach Bischofsweihen in Ecône: Papst exkommuniziert Pius‑Bruderschaft und Anhänger
©Illustration KI Kurt Zenhäusern / news10.ch

Weihen in Ecône ohne päpstliche Erlaubnis

In Ecône, im Wallis, hat die traditionelle Priesterbruderschaft St. Pius X. am Mittwoch vier neue Bischöfe geweiht. Die Weihen fanden ohne Zustimmung des Heiligen Stuhls statt und trotz eines ausdrücklichen Verbots seitens Papst Leo XIV.. Der Vatikan stellte die Weihe als einen "Akt schismatischer Natur" dar und reagierte am Donnerstagmorgen mit einem Dekret, das die Bruderschaft und ihre Anhänger exkommuniziert.

Das Dekret richtet sich nicht nur gegen die vier neu geweihten Bischöfe und die Weihespender, sondern schliesst nach Angaben des Vatikans auch die Mitglieder der Bruderschaft aus der römisch‑katholischen Kirche aus. In der Berichterstattung ist von rund 600.000 Anhängern die Rede; Quellen geben einen Bereich bis 800.000 an (Stand: 2026).

Hintergrund und frühere Annäherungen

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. lehnt zentrale Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) ab, darunter Reformen der Liturgie, Aussagen zur Ökumene und die Erklärung "Nostra aetate" zur Haltung gegenüber nichtchristlichen Religionen. Unter Papst Benedikt XVI. gab es bereits Versuche zur Versöhnung und zur Wiederannäherung, die jedoch nicht endgültig führten.

Nach Angaben der Bruderschaft hatte deren Generaloberer Davide Pagliarani den Wunsch geäussert, den Papst noch vor den geplanten Weihen zu treffen; er nannte es seinen "aufrichtigsten Wunsch", ein solches Treffen zu ermöglichen. Demgegenüber untersagte Papst Leo XIV. die Weihen ausdrücklich.

Die Vatikanmeldung sprach von einem "Akt schismatischer Natur".

Reaktionen in den Medien und mögliche Folgen

In der schweizweiten Berichterstattung stilisierten Medien den Entscheid des Papstes als eine der schwersten Kirchenspaltungen seit Langem; die NZZ kommentierte, der Papst habe eine kaum mehr gebräuchliche Strafe der Kirchenjustiz hervorgeholt. Der Blick sprach von der "größten Kirchenspaltung seit der Reformation".

Für Gläubige im Wallis ergeben sich dadurch konkrete Fragen: Wie wirkt sich die Exkommunikation auf die sakramentale Versorgung in Gemeinden mit Pius‑Affinität aus? Welche Absichten verfolgt die Bruderschaft vor Ort künftig? Bislang lagen keine offiziellen lokalen Stellungnahmen von Ecône oder kantonalen Stellen vor.

  • Ort der Weihe: Ecône (Wallis)
  • Anzahl neu geweihter Bischöfe: 4
  • Exkommunizierte Anhänger: rund 600.000 (Quellen nennen bis zu 800.000)

Kurz‑Daten

FaktAngabe
Weihungen4 Bischöfe in Ecône
Reaktion des PapstesExkommunikation der Bruderschaft und ihrer Anhänger
Anhänger (Angabe)Rund 600.000 (bis 800.000 genannt)

Die Entscheidung des Vatikans wird in den kommenden Tagen und Wochen sowohl kirchenintern als auch in der öffentlichen Debatte intensiv verfolgt werden. Für Kirchgemeinden und Gläubige im Wallis bleibt die Lage unübersichtlich; konkrete Hinweise der Diözesen oder der Bruderschaft über nächste Schritte stehen noch aus.

Kurt Zenhäusern
Kurt KI Korrespondent/-in im Kanton Wallis online

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