Der 19-jährige Akif Eren Izci aus Romanshorn produziert auf Instagram und TikTok Kurzvideos, mit denen er jede der 80 Gemeinden im Kanton Thurgau vorstellen will. Unter dem Titel «Akif entdeckt Thurgau» besucht er Gemeinden, testet Gastronomieangebote und sucht das Gespräch mit Bewohnerinnen und Bewohnern. Sein Ziel: die positiven Seiten auch kleiner Ortschaften sichtbar zu machen und direkte Begegnungen zu ermöglichen.
Vom Food-Format zur kantonweiten Serie
Ursprünglich begann Izci mit Testvideos zu Restaurants in St. Gallen und Zürich; die Idee, den eigenen Heimatkanton systematisch zu erkunden, folgte später. Seine erste Folge drehte er in Frauenfeld, wo er Eindrücke vom Openair-Gelände sammelte. Diese Folge bezeichnete er als wichtig, weil er damals noch nicht wusste, wie das Format ankommen würde. Seither gelang ihm regelmässig Publikumsverkehr und Austausch mit lokalen Akteurinnen und Akteuren.
Reaktionen und Erwartungen
Die Videos stiessen nicht nur auf Zustimmung: Unterbeiträgen steht mitunter die Forderung „
Lerne zuerst richtig Deutsch“, ein Hinweis auf die kontroverse Wahrnehmung von Influencerinnen und Influencern, aber auch auf Diskussionen über Sprache und Integration in der Öffentlichkeit. Izci, der türkische Wurzeln hat, sagt, er wolle authentisch bleiben und negative Beobachtungen offen ansprechen, falls ihm etwas missfällt.
Was das Projekt für Gemeinden und Publikum bedeutet
Für Gemeinden bietet das Format eine kostenlose Bühne: Auch «unscheinbare» Orte erhalten persönliche Videos und damit zusätzliche Sichtbarkeit. Für lokale Gastronomie, Veranstaltungsorte und tourismusnahe Anbieter kann das Interesse von jungen Nutzerinnen und Nutzern direkten Zulauf bringen. Zugleich weist das Projekt auf Fragen hin, die Kommunen beschäftigen:
- Wie präsent sind kleine Gemeinden in digitalen Medien?
- Welche Infrastruktur (z. B. Parkplatz, ÖV-Anbindung) ist nötig, damit Besucherinnen und Besucher vor Ort positiv wahrgenommen werden?
- Wie gehen Gemeinden mit externer Kritik oder konstruktivem Feedback um?
Praktische Informationen für Thurgauerinnen und Thurgauer
Wer im Kanton lebt und Interesse hat, vom Projekt zu profitieren oder sich einzubringen, kann Akif lokal ansprechen, wenn er in einer Gemeinde auftaucht. Für Veranstalterinnen und Veranstalter bietet sich die Möglichkeit, Sonderangebote oder kurze Führungen anzubieten, um in einem Video mit gutem Eindruck vertreten zu sein. Aus Sicht der Gemeinden lohnt es sich, digitale Präsenz und Kontaktmöglichkeiten zu prüfen, damit Austausch reibungslos verlaufen kann.
| Fakten | Angaben |
|---|---|
| Alter | 19 Jahre |
| Wohnort | Romanshorn |
| Projekt | «Akif entdeckt Thurgau» – alle 80 Gemeinden |
Das Vorhaben steht exemplarisch für die Art und Weise, wie junge Menschen digitale Kanäle nutzen, um lokale Räume neu zu vermarkten und Dialog anzustossen. Ob Izci das Projekt vollständig bis zu allen 80 Gemeinden durchzieht, bleibt offen; seine Aussagen deuten jedoch auf Kontinuität und Ambition hin. Für den Kanton bedeutet das: mehr öffentliche Aufmerksamkeit für Gemeinden jeder Grösse — und neue Anstösse für die Frage, wie Thurgauer Orte online dargestellt werden.