Mehr Sicherheit im Stadionumfeld geplant
Die Regierung des Kantons St. Gallen will die Sicherheitsvorkehrungen bei Sportveranstaltungen verstärken. Im Zentrum der Überlegungen stehen Videoüberwachung aller relevanten Stadionsektoren und Fanmärsche sowie weitere bauliche Massnahmen. Stadt- und Kantonspolizei arbeiten dabei eng zusammen und bauen auf eine Kombination aus aktiver Präsenz vor Ort und präventiver Polizeiarbeit.
Bereits im Einsatz sind sogenannte Szenenkenner: speziell geschulte Polizeikräfte, die mit Fanlagern mitreisen und direkten Kontakt zu Anhängern pflegen, um Spannungen frühzeitig zu erkennen und deeskalierend einzugreifen. Die Regierung betont jedoch auch die Verantwortlichkeit der Vereine selbst.
«Es obliegt auch dem FC St. Gallen, diese Art von Fankultur nicht zu dulden und zu unterbinden.»
Finanzen und Einsatzstunden
Die Zahlen der vergangenen Jahre verdeutlichen die Dimension des Problems: In den Jahren 2023 bis 2025 fanden in der Arena insgesamt 71 Fussballspiele statt. Dafür fielen bei der Stadt- und Kantonspolizei gesamtkantonal 49’954 Arbeitsstunden an, wovon 37’573 Stunden allein auf die Arena-Einsätze entfielen.
| Zeitspanne | Gesamtkosten (kantonal) | Stadtpolizeikosten | Arbeitsstunden (Arena) |
|---|---|---|---|
| 2023–2025 | 1,6 Mio. CHF | 2,7 Mio. CHF | 37’573 |
Die kantonale Belastung beträgt damit rund 530’000 Franken pro Jahr, die Stadtpolizei weist Kosten von rund 900’000 Franken pro Jahr aus. Die Stadt verrechnet Veranstaltern den Aufwand, der über 200 Polizeistunden hinausgeht, vollständig.
Konsequenzen für Vereine, Fans und Anwohnende
Die geplanten Massnahmen betreffen verschiedene Gruppen:
- Fans: Eine flächendeckende Videoüberwachung an heiklen Orten könnte die Bewegungsfreiheit einschränken und zu stärkerer Identifikation bei Vorfällen führen.
- Vereine: Der FC St. Gallen wird von der Regierung ausdrücklich in die Pflicht genommen, problematische Fankultur aktiv zu bekämpfen.
- Anwohnende: Bauliche Sicherheitsmassnahmen und verstärkte Polizeipräsenz sollen die Sicherheit rund um Stadion und Fanmärsche erhöhen, können aber auch Verkehr und Alltag beeinflussen.
Die Regierung legt den Fokus gleichwohl auf konsequente Täterverfolgung in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Geprüft werde, welche Kombination aus technischen, baulichen und polizeilichen Mitteln den grössten präventiven Effekt erzielt, teilte die Exekutive in der Beantwortung einer überparteilichen Einfachen Anfrage im Kantonsrat mit.
Offene Fragen bleiben
Unklar ist, wie rasch konkrete Investitionen in Video- oder bauliche Technik umgesetzt werden und welche rechtlichen Rahmenbedingungen für eine dauerhafte Überwachung gelten. Ebenfalls offen bleibt, in welchem Umfang zusätzliche Kosten künftig Veranstaltern, Vereinen oder der öffentlichen Hand lasten werden.
Für die Bevölkerung ergeben sich direkte Folgen: Mehr Überwachung und Polizeipräsenz an Spieltagen könnten das Sicherheitsgefühl erhöhen, gleichzeitig sind Hinweise auf steigende öffentliche und private Kosten zu beachten. Die weiteren Abklärungen werden zeigen, welche konkreten Massnahmen letztlich beschlossen und umgesetzt werden.