Stadtrat legt drei Nachtragskredite vor
Der Stadtrat von Uster hat dem Gemeinderat drei Nachtragskredite in der Gesamthöhe von 3,3 Millionen Franken beantragt. Betroffen sind die Geschäftsfelder Gesundheit und Umwelt (Pflegefinanzierung), Sicherheit sowie Primarschule. Gemäss Gemeindeordnung ist ein Nachtragskredit notwendig, sobald ein Geschäftsfeld sein Budget voraussichtlich um mindestens 300'000 Franken und gleichzeitig um mindestens 2 Prozent überschreitet.
Bei allen drei genannten Geschäftsfeldern zeigen die aktuellen Hochrechnungen für 2026 solche Überschreitungen. Die Gründe sind unterschiedlich, haben aber direkte Auswirkungen auf die kommunalen Leistungen und die Finanzplanung.
Gründe im Überblick
- Gesundheit und Umwelt: Die Pflegekosten steigen deutlich. Budgetiert waren 10,77 Millionen Franken, nun wird eine Überschreitung um 1,5 Millionen Franken erwartet. Ursache sind sowohl mehr Pflegetage als auch höhere Pflegestufen der Bewohnerinnen und Bewohner – sowohl in externen Heimen als auch in den städtischen Heimen Usters.
- Sicherheit: Der Stadtrat rechnet mit einer Überschreitung von 0,5 Millionen Franken gegenüber dem budgetierten Globalkredit von 3,804 Millionen Franken (exklusive Abschreibungen). Wichtiger Grund sind deutlich tiefere Busseneinnahmen als geplant; ein geplanter Zusatz von 1,2 Millionen Franken durch eine automatische Überwachung am Bahnübergang Brunnenstrasse war nicht in dem erwarteten Umfang realisierbar. Teilweise hängt die Mehrbelastung mit der Rechnungsaffäre bei der Stadtpolizei zusammen.
- Primarschule: Ebenfalls ist ein Nachtragskredit notwendig; der verbleibende Nachtragsbedarf beträgt damit rund 1,3 Millionen Franken, so dass sich der Gesamtbetrag von 3,3 Millionen Franken ergibt.
Die Verteilung der Mehrkosten in der Pflege zeigt, dass etwa die Hälfte der zusätzlichen Belastung auf externe Institutionen und die andere Hälfte auf die städtischen Heime entfällt. Höhere Pflegestufen bedeuten höhere Kosten pro Pflegetag, was die städtische Finanzplanung belastet.
| Geschäftsfeld | Budget / Referenz | Erwartete Mehrkosten |
|---|---|---|
| Gesundheit und Umwelt (Pflege) | Budget: 10,77 Mio. Fr. | +1,5 Mio. Fr. |
| Sicherheit | Globalkredit: 3,804 Mio. Fr. | +0,5 Mio. Fr. |
| Primarschule | — | ~1,3 Mio. Fr. |
Folgen für die Stadt und nächste Schritte
Die Nachtragskredite müssen vom Gemeinderat behandelt werden. Kurzfristig bedeuten die zusätzlichen Ausgaben Druck auf die laufende Budgetsteuerung für 2026. Mittelfristig kann dies Auswirkungen auf die Finanzplanung der Stadt haben – etwa bei künftigen Budgetberatungen oder bei der Priorisierung von Leistungsaufträgen.
Insbesondere bei der Sicherheit stellt die Verbindung zur Rechnungsaffäre bei der Stadtpolizei ein zusätzliches politisches Thema dar, da sie Vertrauen und Kontrollmechanismen betrifft. Bei der Pflege zeigt sich, dass demografische und versorgungsbedingte Kostensteigerungen auch bei einer mittelgrossen Stadt wie Uster merkbare Mehrbelastungen auslösen können.
Der Stadtrat hat die formellen Schritte eingeleitet; die Behandlung der Nachtragskredite im Gemeinderat ist der nächste formale Schritt in diesem Verfahren.