VCS verlangt konkrete Zusagen zu flankierenden Massnahmen
Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz Sektion Ob- und Nidwalden hat auf den Entscheid des Regierungsrats reagiert, die Weiterplanung der Umfahrungsstrasse Stans West voranzutreiben. In einer Medienschrift des Verbandes wird die heute vorgesehene Linienführung gegenüber der 2022 abgelehnten Variante als "wichtiger Fortschritt" gewertet. Gleichzeitig fordert der VCS Verbindlichkeit bei den flankierenden Massnahmen, damit das Projekt die gewünschte Wirkung erzielt.
„Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz Sektion Ob- und Nidwalden begrüsst den Entscheid des Regierungsrats, die Weiterplanung einer Umfahrungsstrasse Stans West voranzutreiben.“
Aus Sicht des VCS ist die Umfahrung nur dann sinnvoll, wenn sie Teil eines gesamtheitlichen Verkehrskonzepts ist. Der Verband macht deutlich, dass es nicht genügt, lediglich eine neue Strassenachse zu planen: Entscheidend sei, wie die Massnahmen die Verkehrsströme tatsächlich beeinflussen und ob sie zu weniger motorisiertem Durchgangsverkehr in der Gemeinde Stans führen.
Worauf der VCS pocht
- Verbindliche flankierende Massnahmen statt unverbindlicher Absichtserklärungen;
- Planung als Teil eines gesamtheitlichen Verkehrskonzepts für Stans und Umgebung;
- Ziel, den motorisierten Durchgangsverkehr in Stans merklich zu reduzieren.
Die Forderung nach flankierenden Massnahmen zielt auf jene Begleitprojekte, die den Verlagerungseffekt einer Umfahrung sicherstellen sollen: Beispielsweise die Steuerung von Verkehr, Anpassungen im lokalen Strassennetz, Massnahmen für Fuss- und Veloverkehr sowie mögliche Parkierungsregeln. Konkrete Massnahmen nennt der VCS in der vorliegenden Mitteilung nicht; die Organisation fordert jedoch ihre Verbindlichkeit gegenüber den Planungs- und Ausführungsbehörden ein.
Auswirkungen für die Bevölkerung
Für Anwohnende in Stans könnte die geplante Umfahrung die lokale Lebensqualität verbessern, sofern der Durchgangsverkehr tatsächlich abnimmt. Ohne flankierende Massnahmen besteht jedoch die Gefahr, dass Verkehrsströme sich lediglich verschieben oder neue Engpässe entstehen. Die Forderung des VCS richtet sich daher an die kantonalen Behörden, bei der Weiterplanung klare Vorgaben zu den Begleitmassnahmen zu machen und diese in die Kosten-Nutzen-Abwägung einzubeziehen.
| Akteur | Position / Rolle |
|---|---|
| Regierungsrat | Entscheid: Weiterplanung der Umfahrungsstrasse |
| VCS Ob- und Nidwalden | Begrüssung der Weiterplanung; Forderung nach verbindlichen Begleitmassnahmen |
| Bewohnende von Stans | Betroffenheit durch möglichen Rückgang des Durchgangsverkehrs |
Wie die weitere Planung konkret aussieht, welche Varianten geprüft werden und welche flankierenden Massnahmen vorgeschlagen und verbindlich vereinbart werden, bleibt abzuwarten. Die Stellungnahme des VCS setzt jedoch ein deutliches Zeichen: Die Umwelt- und Verkehrsinteressen von Anwohnenden müssen in die Projektplanung integriert werden, sonst bleibt die Wirkung einer Umfahrung ungesichert.
Aus Sicht der Lokalpolitik und der Bevölkerung ist zu erwarten, dass die nächsten Schritte in der Planungsphase aufmerksam verfolgt werden. Entscheidend wird sein, ob der Regierungsrat und die Planerinnen und Planer die Forderung nach einem gesamtheitlichen Ansatz aufnehmen und konkrete, verbindliche Massnahmen definieren.