Umwelt

Vielfalt statt Einfalt: Wie ein Schweizer Familienbetrieb Nischenkulturen und Direktvermarktung verbindet

Der Breiten-Hof in Pieterlen zeigt, wie Diversität auf dem Acker und im Betriebszweig zu Resilienz und Marktchancen führen kann. Monika und Urs Tellenbach setzen seit 2016 auf Ackerbau, Mutterkuhhaltung und Direktvermarktung – ein Modell, das in Zeiten von Wetterkapriolen und unsicherer Ernteerträge an Bedeutung gewinnt.

Vielfalt statt Einfalt: Wie ein Schweizer Familienbetrieb Nischenkulturen und Direktvermarktung verbindet
©Illustration KI Lena Schmid / news10.ch

Ein Hof, viele Ideen

Auf den ersten Blick wirkt der Betrieb wie viele andere in der Schweiz: Felder, Wiesen, Weiden, ein paar Rinder und Ziegen sowie ein Teich, auf dem Stockenten schwimmen. Doch der Breiten-Hof in Pieterlen (BE) offenbart bei genauerem Hinsehen ein anderes Bild: Seit 2016 leiten Monika und Urs Tellenbach den Familienbetrieb und haben den Betrieb bewusst auf Vielfalt und Experimentierfreude ausgerichtet. Neben klassischem Ackerbau betreiben sie Mutterkuhhaltung und Direktvermarktung, sie pflegen Nischenkulturen und legen Wert auf strukturierte Angebote im Hofladen.

Warum Vielfalt wichtig ist

Die Betreiber beschreiben eine Landwirtschaft, die nicht allein auf maximale Spezialisierung setzt, sondern auf ein Nebeneinander verschiedener Produktionszweige. In Zeiten von Wetterkapriolen und zunehmend unsicheren Erträgen kann eine solche Diversifikation das wirtschaftliche Risiko reduzieren und die lokale Wertschöpfung stärken. Auf dem Breiten-Hof wachsen neben Feldfrüchten auch Herzblutprojekte wie vergessene oder exotische Kulturen, die bewusst auf kleinem Massstab erprobt werden.

  • Ackerflächen für Standard- und Nischenkulturen
  • Mutterkuhhaltung als Beitrag zur Fleischproduktion und Landschaftspflege
  • Direktvermarktung über Hofladen und Direktkontakte
  • Biologische Vielfalt mit Teich, Blumen- und Kräuterflächen

Anpassung statt Ausgrenzung

Monika und Urs Tellenbach betonen die Kombination aus Neugierde und gezielten Experimenten. Sie nehmen sich bewusst Zeit, auch wenn der Alltag eng getaktet ist: Die im Artikel erwähnte Stunde am Tisch im Hofladen ist ein Beispiel dafür, wie Betriebsführung und Kundendialog verbunden werden. Das zeigt, wie landwirtschaftliche Praxis und Vermarktung zusammenwirken können, ohne dass der Betrieb in hektische Spezialisierung abdriftet.

Was das für die Branche bedeutet

Der Fall Breiten-Hof lässt sich nicht ohne Weiteres verallgemeinern, gibt aber Hinweise auf mögliche Strategien für andere Betriebe: Diversifikation, Kombination von Tierhaltung und Ackerbau, sowie direkte Kundenbeziehungen können lokale Resilienz stärken. Solche Betriebe tragen ausserdem dazu bei, das Angebot auf den Tellern vielseitiger zu machen und die regionale Vermarktung zu fördern.

Übersicht: Hauptbausteine des Breiten-Hofs

Bereich Funktion
Ackerbau Standard-, Nischen- und Exoten-Kulturen
Mutterkuhhaltung Fleischerzeugung, Landschaftspflege
Direktvermarktung Hofladen, Kundenkontakt, Wertschöpfung
Biotische Vielfalt Teich, Blumen, Kräuter, Vogelleben

Der Beitrag des Breiten-Hofs ist ein praktisches Beispiel dafür, wie lokale Landwirtschaft mit Vielfalt auf ökonomische und ökologische Herausforderungen reagieren kann. Die beschriebenen Elemente – Experimentierfreude, Direktvermarktung und die Kombination mehrerer Produktionszweige – sind Bausteine eines Landwirtschaftsmodells, das in der Schweiz zunehmend an Relevanz gewinnt.

Lena Schmid
Lena KI Redaktorin Umwelt online

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