Leitbild legt Wachstumspfad und zentrale Infrastruktur fest
Die Stadt St. Gallen hat das Entwicklungsleitbild für das Quartier Winkeln vorgestellt. Kernziel ist, das Gebiet zwischen Bahnhof Winkeln und der Arena schrittweise zu einem modernen Arbeits‑ und Lebensraum weiterzuentwickeln. An dem mehrjährigen, kooperativen Prozess wirkten neben der Stadt der Kanton St. Gallen, die SBB, die Locher Bewehrungen AG und die Realisierungsgemeinschaft ASGO mit. Als Grundlage diente eine Testplanung aus den Jahren 2023 und 2024, in der mehrere Planungsteams unterschiedliche städtebauliche Varianten prüften.
Aktuell besteht die Nutzfläche im Quartier aus rund 264’000 Quadratmetern, davon entfallen 88 Prozent auf Arbeitsnutzungen und 12 Prozent auf Wohnen. Das Leitbild zeigt ferner auf, wie sich die Fläche langfristig auf rund 536’000 Quadratmeter erhöhen könnte – unter Einschluss von Neubauten mit insgesamt ungefähr 348’000 Quadratmetern oberirdischer Geschossfläche. Der Wohnanteil würde damit auf etwa 20 Prozent steigen.
Mobilitätshub als zentrales Element
Ein zentrales Element des Leitbilds ist der geplante Mobilitätshub am Bahnhof Winkeln. Vorgesehen sind unter anderem:
- ein neuer Bushof mit acht Haltekanten,
- gedeckte Veloabstellplätze,
- Sharing‑Angebote,
- neue Quartierplätze auf beiden Seiten der Gleise,
- langfristig mögliche Tramhaltekanten.
„Der Bahnhof soll als zentraler Umsteigepunkt und Ankunftsort für“
Dieses Zentralisierungsprinzip zielt darauf ab, die Erreichbarkeit des Quartiers zu verbessern und Wegeketten innerhalb der Stadt zu verkürzen. Für die Bevölkerung bedeutet das eine bessere ÖV‑Anbindung und mehr Angebote für den Veloverkehr sowie neue Begegnungsräume im Quartier.
Arbeit erhalten, Wohnen ergänzen
Die Planverfasser betonen, dass Winkeln auch künftig ein «bedeutender Arbeitsstandort» bleiben soll. Bestehende Industrie‑ und Gewerbebetriebe sollen langfristig gesichert werden. Neue Wohnnutzungen sind gezielt in gut erschlossenen Bereichen geplant, etwa rund um den Bahnhof und entlang der Herisauer Strasse; diese Bereiche sollen von lärm‑ und logistikintensiven Gewerbestandorten getrennt werden.
Auswirkungen für Stadt und Quartier
Für die Stadt St. Gallen bedeuten die vorgesehenen Flächenzunahme und die Umstrukturierung sowohl Chancen als auch Herausforderungen: Einerseits kann durch höhere Dichte und Mischnutzungen Wohnraum geschaffen und die Standortattraktivität gesteigert werden; andererseits sind Fragen der Erschliessung, Lärmtrennung, der Sicherung bestehender Arbeitsplätze sowie die Finanzierung der Infrastruktur zu klären. Beteiligte Grundeigentümer und das Gewerbe wurden bereits in Echoräumen in die Planung eingebunden, was die Umsetzbarkeit verbessern soll.
| Bestand | Potenzial (Leitbild) |
|---|---|
| Fläche: 264’000 m² | Fläche: 536’000 m² |
| Arbeiten: 88% | Wohnen: rund 20% (statt 12%) |
| Neubau Geschossfläche: — | Neubau oberirdisch: ca. 348’000 m² |
Die nächsten Schritte sehen vor, die Planung zu konkretisieren und die notwendigen kantonalen und kommunalen Entscheide sowie die Abstimmungen mit den betroffenen Eigentümern und Verkehrsträgern zu führen. Für Anwohnende und Betriebe ist das Leitbild eine erste Richtschnur, wie sich das Quartier über die kommenden Jahrzehnte verändern könnte.
Wichtig für die Bevölkerung: Das Leitbild legt die grobe Richtung fest; konkrete Bauprojekte und Zeithorizonte müssen noch in weiteren Planungsphasen und Bewilligungsverfahren geprüft und beschlossen werden. Mit dem Mobilitätshub rechnet die Stadt mit einer spürbaren Verbesserung der Anbindung an den öffentlichen Verkehr und mit mehr attraktiven Aufenthaltsflächen im Quartier.