Massiver Fischbestandstod im Mattenbach
Im Mattenbach zwischen «Säge» und «Rösslidamm» bei Grub sind insgesamt 67 tote Bachforellen gefunden worden. Eine Privatperson entdeckte die Kadaver letzte Woche und meldete den Fund dem Amt für Umwelt des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Die Fundstelle liegt in einem Bereich, in dem der Mattenbach die Grenze zwischen Grub AR und Grub SG bildet.
Gemäss der kantonalen Mitteilung deutet der Zustand der Tiere darauf hin, dass die Fische bereits Anfang bis Mitte letzter Woche verendet sind. Die genaue Todesursache ist bisher nicht eindeutig feststellbar; Abklärungen laufen aktuell.
Hitze und tiefe Pegel als mögliche Faktoren
Das Amt für Umwelt nennt als mögliche Mitursachen die anhaltend hohen Lufttemperaturen und die damit verbundenen steigenden Wassertemperaturen sowie die tiefen Pegelstände infolge ausbleibender Niederschläge. Für Bachforellen sind solche Veränderungen gefährlich, weil sie den Sauerstoffgehalt und die Lebensbedingungen im Wasser erheblich verschlechtern können.
"Für Bachforellen kann das tödlich sein, bereits Werte ab 20 Grad sind gemäss Moser kritisch."
Zur Einordnung zeigen Messwerte des Bundesamts für Umwelt vom Montagmorgen exemplarisch die Situation in der Region:
| Gewässer | Wassertemperatur (Montagmorgen) |
|---|---|
| Sitter | 14,9 °C |
| Rotbach | 19,4 °C |
Die Höchstwerte lagen laut den Angaben noch höher; in der Sitter wurde kürzlich eine Wassertemperatur von fast 25 Grad registriert. Solche Spitzenwerte liegen deutlich über dem Schwellenwert, ab dem Bachforellen in ihrer Physiologie akut belastet werden.
Amtliche Reaktionen und Hinweise an die Bevölkerung
Das Ausserrhoder Amt für Umwelt und die Kantonskanzlei bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung des Vorfalls. Hinweise können per E-Mail an afu@ar.ch oder telefonisch unter 071 353 65 35 gemeldet werden. Zusätzlich weist die Mitteilung darauf hin, dass Gewässerverschmutzungen mit oder ohne sichtbares Fischsterben umgehend der Kantonspolizei unter 117 gemeldet werden sollen. Je früher eine Meldung eingeht, desto eher können mögliche Gegenmassnahmen eingeleitet und Verursacher ermittelt werden.
- Wer etwas Auffälliges an Gewässern beobachtet, soll umgehend melden.
- Welche Kontaktdaten zu verwenden sind: afu@ar.ch / 071 353 65 35; im Verdachtsfall Polizei 117.
- Warum rasche Meldung wichtig ist: frühzeitiges Eingreifen kann Umweltschäden begrenzen und Ermittlungen erleichtern.
Für Bewohnerinnen und Bewohner in der Region hat das Ereignis konkrete Folgen: Fischereiliche Nutzung, Freizeitnutzung und die ökologische Qualität kleiner Fliessgewässer stehen unter Druck, wenn Hitze und Trockenheit zunehmen. Lokale Fischer und Verbände beobachten solche Entwicklungen genau, weil verlorene Bestände sich nur langsam erholen.
Die laufenden Abklärungen sollen klären, ob neben thermischen Belastungen auch andere Ursachen – etwa Schadstoffeinträge oder biologische Faktoren – zum Fischsterben beigetragen haben. Bis zu einem vollständigen Ergebnis sollten Anwohnerinnen und Anwohner besonders sensibel gegenüber Veränderungen an Gewässern bleiben und Beobachtungen melden.