Farben gegen Baustellentristesse
Am Basler Marktplatz ist eine rund 90 Meter lange Baustellenwand neu mit Graffiti besprüht worden. Das Präsidialdepartement hat die Fläche in zehn Abschnitte unterteilt; jeweils ein Buchstabe des Wortes "MARKTPLATZ" wurde von einer Graffitikünstlerin oder einem Graffitikünstler individuell gestaltet. Die Arbeiten entstanden innerhalb von zwei Tagen.
Ziel und Stil
Mit der Aktion verfolgen die Organisatoren des Stadtmarkts das Ziel, trotz der derzeitigen Bauarbeiten um die Tramhaltestelle einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, den Marktplatz weiterhin zu besuchen. Die Stile der Arbeiten sind vielfältig und orientieren sich häufig an Elementen der Hip-Hop-Kultur. Gemeinsam ist den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern ihre Passion für Graffiti.
Künstlerinnen und Künstler
In der Mitteilung werden mehrere Beteiligte mit kurzen Porträts vorgestellt. Ausgewählte Hinweise:
- SEYO: Beschrieben als Pionier der Aerosol-Graffiti-Bewegung in Europa; seine Arbeiten verbinden kalligraphische Suche mit bildstarken, teils metaphysischen Szenen.
- Quack One: Junger Künstler aus Zürich, bekannt für bunte, schwungvolle Buchstabenformen.
- DREI TC: Seit 2001 in Basel aktiv; seine Motivation wird mit Werten wie Liebe, Toleranz und Respekt verbunden.
- RosyOne: Illustratorin aus Biel, arbeitet zudem mit Airbrush und dreidimensionalen Skulpturen.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Länge der Wand | 90 Meter |
| Abschnitte | 10 (ein Buchstabe pro Abschnitt) |
| Stilrichtungen | Vielfältig, stark von Hip-Hop/Graffiti-Kultur geprägt |
Wirkung für die Stadt
Die Aktion verbindet städtisches Management der Baustelle mit urbaner Kulturförderung: Statt eine kahle Schutzwand zu akzeptieren, wird die Fläche als temporäre Galerie genutzt. Für Passantinnen und Passanten entsteht so ein visueller Anreiz, den Marktplatz weiterhin aufzusuchen, auch wenn sich dort Bauarbeiten abspielen. Für die lokale Graffitiszene bietet das Projekt eine sichtbare Plattform und Anerkennung ihres künstlerischen Ausdrucks.
"MARKTPLATZ"
Die Initianten betonen, dass die Intervention den öffentlichen Raum aufwerten und die Aufmerksamkeit für den Stadtmarkt erhöhen soll. Die konkrete Wirkung auf Besucherzahlen oder die Dauer der Ausstellung der Arbeiten nennt die Mitteilung nicht.
Für Baslerinnen und Basler bedeutet das Projekt vor allem: Ein Stück Farbe in der Innenstadt, öffentlich zugänglich und kurzfristig Teil des städtischen Erscheinungsbildes. Wer sich ein Bild machen möchte, findet das Werk direkt am Marktplatz.