Schwer verletzter Gorilla kann nicht mehr versorgt werden
Der Zoo Basel hat am Dienstag das 11-jährige Gorillamännchen Mobali eingeschläfert. Als Grund nannte die Leitung schwere Bissverletzungen im Genitalbereich, infolge derer Mobali nicht mehr normal urinieren konnte. Die Entscheidung sei nach den Befunden der tiermedizinischen Teams gefallen, teilt der Zoo auf seiner Instagram-Seite mit.
Die Verletzungen entstanden durch Auseinandersetzungen mit dem Silberrücken Yeba, der erst im vergangenen Jahr ins Affenhaus gezogen ist und seither die Gorillagruppe anführt. In den letzten Monaten sei es vermehrt zu Spannungen zwischen Yeba und dem kastrierten Männchen Mobali gekommen; trotz Rückzugsmöglichkeiten und intensiver Betreuung seien die Konflikte wiederholt eskaliert.
„Für das Betreuungsteam der Gorillas ist der Abschied von Mobali ein schwieriger Moment. Über viele Jahre standen sie fast täglich mit ihm in engem Kontakt.“
Folgen für das Tierpflegeteam und den Zoo
Die Pflegerinnen und Pfleger im Affenhaus sind nach eigenen Angaben stark betroffen: Mobali war über Jahre Teil der Gruppe und des täglichen Betreuungsroutinen. Die Entscheidung zum Einschläfern zeigt, dass die Tierärztinnen und Tierärzte vor Ort die medizinische Lage als ausweglos einschätzten. Konkrete Angaben zu möglichen weiteren Maßnahmen in der Gruppe oder zu Beobachtungszeiträumen nannte der Zoo in der Mitteilung nicht.
Gleichzeitig Nachwuchs im Affenhaus
Trotz der traurigen Nachricht informierte der Zoo Basel auch über ein positives Ereignis: Am 11. Juli ist im Affenhaus ein Gorilla-Baby zur Welt gekommen. Es handelt sich um den fünften Nachwuchs der Mutter Joas (37). Das Geschlecht des Jungtiers wurde noch nicht bestimmt; der Zoo will zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details veröffentlichen.
- Verletzter: Mobali, 11 Jahre
- Angreifer: Yeba, Silberrücken, 14 Jahre
- Neugeborenes: Gorilla-Baby, geboren 11. Juli, Mutter Joas (37 Jahre)
| Name | Alter | Rolle |
|---|---|---|
| Mobali | 11 | kastriertes Männchen, eingeschläfert |
| Yeba | 14 | Silberrücken, Gruppenführer |
| Joas | 37 | Mutter des neugeborenen Gorillababy |
Aus Erfahrungen anderer europäischer Zoos bestehe nicht die grundsätzliche Erwartung, dass eine solche Konstellation zwangsläufig zu Konflikten führen müsse, schreibt der Zoo weiter. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen jedoch die Herausforderungen, vor denen Haltung und Betreuung von Gruppen sozial komplexer Tiere stehen.
Für die Bevölkerung Basels bedeutet dieser Vorfall einen Blick hinter die Kulissen des Zoobetriebs: Er zeigt, wie Tierwohl, Sicherheit der Tiere und Entscheidungen der Tierärztinnen und Tierärzte zusammenwirken müssen. Der Zoo kündigte an, über das Neugeborene und weitere Entwicklungen im Affenhaus in den kommenden Tagen zu informieren.