Personal- und Pflegeaufwand steigt deutlich
Die anhaltende Trockenheit kombiniert mit Hitzetagen setzt die Stadtgärtnerei Basel-Stadt unter Druck. Mitarbeitende berichten, dass Rasenflächen und Bäume sichtbar leiden und der Aufwand für die Pflege massiv gewachsen ist. Ein Team um den Teamleiter Grünflächenunterhalt Raphael Wyss ist im St.-Johann-Quartier täglich im Einsatz; die Arbeitstage beginnen früh und ziehen sich durch die Hitze des Vormittags.
Manuelles Giessen statt automatischer Systeme
Obwohl auf vielen grossen Rasenflächen Bewässerungssysteme installiert sind, bleiben zahlreiche Jungbäume auf manuelle Versorgung angewiesen. Das Team muss Sprinkler platzieren, verschieben sowie ein- und ausschalten; zwischen diesen Einsätzen giessen Zweierteams täglich 50 bis 60 Bäume per Hand. Für das Beregnen einer Wiese brauchen die Mitarbeitenden nach Angaben des Teams etwa einen halben Tag.
- Teamgrösse: zurzeit neun Personen im beschriebenen Team
- Tägliche manuelle Bewässerung: 50–60 Jungbäume
- Arbeitsbelastung: längere Einsatzzeiten und häufiges Verschieben von Sprinklern
«Dieser Sommer ist extremer als die anderen. Zur Trockenheit kommt diese extreme Hitze hinzu.»
Finanzielle Folgen für die Stadt
Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD), dem die Stadtgärtnerei untersteht, nennt zusätzlich «Mehrkosten in sechsstelliger Höhe». Diese Ausgaben resultieren aus Zusatzaufwand, Verbrauchsmaterialien und verstärktem Gerätbetrieb. Konkrete Posten nennt die Quelle nicht, die Summe deutet jedoch auf eine spürbare Belastung des Budgets für Grünunterhalt hin.
Konkrete Auswirkungen für Stadtbewohnerinnen und -bewohner
Die veränderte Pflegepraxis hat sowohl kurzfristige als auch längerfristige Folgen für die Basler Bevölkerung:
- Weniger gepflegte Rasenflächen und angespannt wirkende Bäume können die Erholungsqualität in Parks mindern.
- Jungbäume, die häufiger gegossen werden müssen, sind anfälliger für Schäden, falls das Personal nicht ausreichend vorhanden ist.
- Steigende Kosten im Unterhalt könnten mittelfristig zu Priorisierungen und Einsparungen an anderer Stelle führen.
Was städtische Dienste tun — und was Bewohner tun können
Die Stadtgärtnerei reagiert mit intensivierter Handbewässerung und einer flexiblen Nutzung der vorhandenen Sprinkleranlagen. Für Bewohnerinnen und Bewohner ergeben sich praktische Hinweise: Beim Aufenthalt in Parks Hitzeschutz wie Kopfbedeckung und genügend Trinkwasser dabei haben; beschädigte Jungbäume nicht betreten oder mit Gartengeräten in Parks arbeiten. Bei sichtbaren Schäden an Bäumen oder Grünanlagen empfiehlt es sich, die Stadtmeldestelle oder das BVD zu informieren, damit Prioritäten gesetzt werden können.
| Parameter | Angabe aus Quelle |
|---|---|
| Teamgrösse (Beispielteam) | 9 Personen |
| Manuell bewässerte Bäume pro Tag | 50–60 |
| Zusätzliche Kosten | Mehrkosten in sechsstelliger Höhe |
Die aktuelle Lage in der Stadtgärtnerei zeigt, wie stark klimatische Schwankungen lokale Dienste und Budgetplanung belasten. Für Basel-Stadt bedeutet dies kurzfristig mehr Arbeit und Kosten — langfristig aber auch die Notwendigkeit, Pflegestrategien und Infrastruktur an veränderte Bedingungen anzupassen.