Wachsende Bevölkerung, aber abhängig von Bauprojekten und Zuzug
Das Amt für Statistik des Kantons Basel-Stadt prognostiziert im mittleren Szenario einen Anstieg der Bevölkerung auf 232'000 Menschen bis ins Jahr 2050. Das entspricht einem Zuwachs von rund 10,5 Prozent gegenüber dem Stand Ende Mai 2026, als im Kanton 211'185 Personen lebten. Als Voraussetzung für dieses Wachstum nennt die Behörde, dass die geplanten Arealentwicklungen in diesem Zeitraum realisiert werden.
Räumliche Verteilung und Migration
Die Behörde erwartet unterschiedliche Zunahmen in den beiden städtischen Teilen: Im Kleinbasel rechnen die Fachleute mit einem Zuwachs von 11'250 Personen, im Grossbasel mit 5'700. Zudem geht die Prognose von einem positiven internationalen Wanderungssaldo von 1'300 Personen pro Jahr aus. Diese Faktoren sind zentral für die künftige Nachfrage nach Wohnraum, Infrastruktur und Dienstleistungen.
Alterung: moderat, aber spürbar
Basel-Stadt altere im Vergleich zu anderen Kantonen „relativ moderat“, schreibt das Amt für Statistik. Der Altersquotient — also die Zahl der über 64-Jährigen pro 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren — steige von 30,2 auf 31,1. Gleichzeitig wird die Zahl der Menschen im Alter ab 80 Jahren bis 2050 um 26 Prozent gegenüber Ende 2025 zunehmen. Diese Verschiebung hat Konsequenzen für Pflegeangebote, Gesundheitsversorgung und barrierefreie Infrastruktur.
«relativ moderat»
Szenarien: Spielraum nach unten und oben
Die Statistikstelle beschreibt drei Szenarien: Im tiefen Szenario würden eine geringe Wohnbautätigkeit und eine schrumpfende internationale Zuwanderung zu einem Rückgang der Bevölkerung um bis zu 6 Prozent gegenüber 2024 führen. Das hohe Szenario setzt auf stärkeres Bauen und mehr Zuzug; hier könnte die Bevölkerung bis 2050 auf beinahe 257'000 steigen. Die Fachpersonen bewerten das mittlere Szenario als das geeignetste Modell für die Planung.
Historischer Kontext und Folgen für die Stadt
Der Kanton hatte bereits 1969 mit 235'456 Personen eine höhere Einwohnerzahl als im mittleren Szenario für 2050. Nach einem markanten Rückgang in den 1970er-Jahren erlebt Basel-Stadt seit 2002 wieder anhaltendes Wachstum. Für die Bevölkerung bedeutet die aktuelle Projektion konkret:
- Steigende Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in dicht besiedelten Quartieren wie dem Kleinbasel.
- Mehr Bedarf an Schulen, Kinderbetreuung und öffentlichem Verkehr an den stark wachsenden Standorten.
- Erhöhter Druck auf Gesundheits- und Pflegedienste wegen des höheren Anteils älterer Menschen.
- Notwendigkeit, Arealentwicklungen termingerecht umzusetzen, um Engpässe zu vermeiden.
Die Zahlen zeigen: Ob die Stadt künftig stärker wächst, moderat bleibt oder sogar schrumpft, hängt massgeblich von Planungs- und Bauentscheiden sowie von Migrationsbewegungen ab. Für die kantonalen Behörden und die Stadtentwicklung folgen daraus Aufgaben in der Raumplanung, in der Sozial- und Gesundheitsinfrastruktur sowie bei Verkehr und Versorgung, damit die Lebensqualität trotz wachsender Einwohnerzahlen erhalten bleibt.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Bevölkerung Ende Mai 2026 | 211'185 |
| Prognose 2050 (mittleres Szenario) | 232'000 |
| Zuwachs Kleinbasel | 11'250 |
| Zuwachs Grossbasel | 5'700 |
| Internationaler Wanderungssaldo (pro Jahr) | 1'300 |
Weiterführende Entscheidungen zu Arealentwicklungen und Bauvorhaben werden sich direkt auf die Realisierung dieses Szenarios auswirken. Für Bewohnerinnen und Bewohner lohnt es sich, Planungen der Gemeinde und des Kantons zu verfolgen — etwa bei öffentlichen Mitwirkungsverfahren –, um konkrete Projekte und ihre Zeithorizonte rechtzeitig zu kennen.