Bund verkauft repräsentative Liegenschaft im Stadtzentrum
Die Liegenschaft an der Elisabethenstrasse 31, bisher Hauptsitz der Oberzolldirektion, soll nach dem angekündigten Auszug der Zollstellen zum Verkauf angeboten werden. Das Bundesamt für Bauten und Logistik bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass das Gebäude veräussert wird. Ausgelöst wurde die Neuordnung durch die Zusammenlegung mehrerer Basler Zoll- und Grenzsicherheitsstandorte im Stückipark.
Welche Flächen frei werden und was das für Basel-Stadt bedeutet
Durch die Zusammenlegungen entstehen laut den verfügbaren Angaben rund 10'000 Quadratmeter frei werdende Bundesflächen in der Region. Solche Flächenverschiebungen können weitere Rochaden nach sich ziehen — sowohl innerhalb der Bundesverwaltung wie auch beim kantonalen Flächenangebot.
- Bund verkauft die Liegenschaft Elisabethenstrasse 31.
- Rund 10'000 m² Bundesflächen werden neu verteilt.
- Potentiell relevante Auswirkungen für kantonale Büromieten, Mieterstruktur und Stadtbild.
Reaktion des Kantons: Prüfung bei konkretem Angebot
Immobilien Basel-Stadt teilt mit, dass der Kanton aktiv nach geeigneten Liegenschaften am Markt suche, falls der verwaltungsseitige Bedarf nicht durch das bestehende Portfolio gedeckt werde. Zur möglichen Beteiligung des Kantons am Kauf heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme:
„Bei Vorliegen eines konkreten Verkaufsangebotes zuhanden des Kantons wird dieses auf Bedarf beim Kanton hin geprüft.“
Damit bleibt offen, ob Basel-Stadt bei einem Verkauf durch die Eidgenossenschaft intervenieren oder ein Kaufinteresse anmelden wird. Entscheidend sind künftig Preisvorstellungen, Nutzungsmöglichkeiten und die Priorisierung von Verwaltungsbedarfen.
Konkrete Folgen für Mieter und das Quartier
Die Veräusserung betrifft nicht nur Repräsentationsräume: Im Gebäudekomplex wird bereits Gewerbe betrieben. Vor rund einem Monat eröffnete die Filiale der Pizzeria Luigia im hinteren Teil des Komplexes (Elisabethenstrasse 33). Diese und andere Mieter müssen mit einem Eigentümerwechsel rechnen.
Die neue Eigentümerschaft könnte auf Umnutzung, Renovation oder Weitervermietung setzen — was Mieten und Geschäftsstrukturen im Quartier beeinflussen kann. Hinzu kommt der kulturelle Aspekt: Am Gebäude erinnert eine Plakette an den Basler Mundartdichter Theobald Baerwart, der früher als Sekretär der Oberzollkreisdirektion tätig war.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Adresse | Elisabethenstrasse 31 (Komplex inkl. Elisabethenstrasse 33) |
| Aktuelle Nutzung | Hauptsitz der Oberzollkreisdirektion, Gewerbe (u.a. Pizzeria) |
| Freie Bundesflächen durch Zusammenlegung | Rund 10'000 m² |
| Verkaufszeitpunkt | Nach Auszug der Zollstellen, Angebot 2028 zu erwarten |
Was nun zu beachten ist
Für die Bevölkerung von Basel-Stadt sind folgende Punkte relevant:
- Veränderung der Mieterstruktur: Gewerbebetriebe im Gebäude sollten prüfen, wie lange ihre Mietverträge laufen und welche Rechte sie bei einem Eigentümerwechsel haben.
- Kantonale Flächenplanung: Behörden und Verwaltungen müssen allfälligen Bedarf für zusätzliche Büroflächen gegenüber dem bestehenden Portfolio und dem freien Markt abwägen.
- Stadtbild und Denkmalschutz: Als repräsentatives Bauwerk könnte die Liegenschaft städtebauliche Interessen berühren; mögliche Käufer müssen Rahmenbedingungen beachten.
Ob und in welchem Umfang der Kanton ein Kaufinteresse anmeldet, hängt von einem konkreten Verkaufsangebot sowie von Preis und Nutzungsoptionen ab. Bis dahin stehen weitere Gespräche zwischen Bund, Kanton und betroffenen Mietparteien aus.