Schwere Vorfälle in der Gorillagruppe
Der Zoo Basel hat am Dienstag zwei Todesfälle innerhalb derselben Gorilla-Gruppe bekanntgegeben. Betroffen sind ein erst vier Tage altes junges Weibchen und das Männchen Mobali (11). Als Auslöser nennt die Mitteilung des Zoos Handlungen des Silberrückens Yeba (14), der bei Rangeleien mit dem Muttertier Joas (37) beteiligt war.
Laut der Tiergartenmeldung nahm Yeba das Neugeborene an sich und hielt das Muttertier zeitweise auf Abstand. Bei den anschliessenden Konflikten erlitt das Jungtier eine tödliche Brustkorbverletzung durch einen Biss. Zuvor wurde Mobali nach einer Bissverletzung durch denselben Silberrücken eingeschläfert.
Hintergrund: Sozialverhalten und Folgen
Der Zoo verweist darauf, dass Infantizid — das Töten von Jungtieren durch Artgenossen — in Gorillagruppen bekannt ist und Teil komplexer sozialer Dynamiken sein kann. Fachpersonen werden herangezogen, um die Gruppendynamik weiter zu beobachten und das Verhalten der Tiere zu beurteilen.
- Opfer: Junges Weibchen, 4 Tage alt (verstorben)
- Opfer: Männchen Mobali, 11 Jahre (eingeschläfert)
- Im Zentrum: Silberrücken Yeba, 14 Jahre
- Mutter: Joas, 37 Jahre, trägt weiterhin ihr totes Junges bei sich
Auswirkungen für Besucherinnen und Besucher
Das Affenhaus bleibt geöffnet. Der Zoo begründet dies mit dem Wunsch, den Tieren Raum für ihren natürlichen Abschiedsprozess zu geben und gleichzeitig die Besucherinnen und Besucher nicht von der Beobachtung der Gruppe auszuschliessen. Für Gäste bedeutet dies, dass Führungen und Besuche wie angekündigt stattfinden, jedoch mit möglicher veränderter Sicht auf die Gruppe, da die Tiere momentan beobachtend und teils zurückgezogen sein können.
Die Zooleitung betont, dass sie eng mit externen Fachleuten zusammenarbeitet. Neben dem aktuellen Monitoring dürfte die Verwahrung und die künftige soziale Stabilität der Gruppe im Vordergrund stehen — besonders auch, weil laut Mitteilung in den nächsten Wochen ein weiteres Jungtier erwartet wird.
Konkrete Aufgaben für das Tierpersonal
Aus Sicht der Tierpflegerinnen und Tierpfleger stehen mehrere Punkte an:
- Genaues Verhaltenmonitoring der Gorillagruppe, um Aggressionsmuster frühzeitig zu erkennen
- Abklärung medizinischer Befunde und Ursachenanalyse der Verletzungen
- Abstimmung mit externen Verhaltens- und Artenspezialisten
| Name | Alter | Status |
|---|---|---|
| Yeba | 14 | Silberrücken, stand im Zentrum der Vorfälle |
| Mobali | 11 | Nach Bissverletzung eingeschläfert |
| Joas | 37 | Mutter, trägt ihr totes Junges |
| Neugeborenes (weiblich) | 4 Tage | Verstorben, Brustkorbverletzung |
Die Ereignisse werfen Fragen zur Zusammensetzung und Führung von Gorilla-Gruppen in menschlicher Obhut auf. Der Zoo hat angekündigt, die Situation offen zu kommunizieren und weitere Informationen folgen zu lassen, sobald Veterinär- und Verhaltensanalysen vorliegen.
Für die Bevölkerung von Basel bleibt zentral: Der Zoo bleibt erreichbar, Besuche sind möglich, und die Fachpersonen vor Ort arbeiten daran, die Sicherheit und das Wohlergehen der restlichen Gruppe zu gewährleisten.