Gemeindeversammlung gibt Projekt grünes Licht
Die Gemeindeversammlung von Albula hat am Donnerstagabend einem Bruttokredit von 82,56 Millionen Franken zugestimmt. Der Beschluss ermöglicht dem Gemeinderat, das Umsiedlungsprojekt für das vom Bergsturz gefährdete Dorf Brienz weiterzuführen. Die Genehmigung ist ein zentraler Schritt für die Haushalte, die einen Wegzug aus dem gefährdeten Gebiet in Erwägung ziehen.
Ablauf und Fristen
Gegen den Beschluss kann innert 30 Tagen das Referendum ergriffen werden. Anschliessend wird das Projekt dem Kanton Graubünden zur Genehmigung vorgelegt. Erteilt die kantonale Behörde das Einverständnis, können alle, die sich für eine Umsiedlung angemeldet haben, innerhalb von fünf Jahren umziehen. Jede einzelne Umsiedlung bedarf jedoch einer separaten kantonalen Bewilligung.
Wer ist betroffen und wie viele Anmeldungen liegen vor?
Bislang sind 42 Gesuche eingegangen, die rund 95 Erst- und Zweitwohnungen betreffen. Gemeindepräsident Daniel Albertin schrieb dazu, die Anmeldungen dienen primär dazu, abzuschätzen, wie viele Umsiedlungen tatsächlich stattfinden würden. Er betonte, dass ein vollständiger Wegzug der Angemeldeten das Dorfbild stark verändern würde; die Gemeinde prüfe deshalb Möglichkeiten, wie Brienz weiterhin lebenswert bleiben könne.
„Sollten sich tatsächlich alle Angemeldeten dazu entscheiden, umzuziehen, so gäbe es eine grosse Veränderung im Dorfbild.“
Finanzielle Komponenten des Kredits
Der Kredit umfasst verschiedene Posten; den grössten Anteil machen die reinen Umsiedlungskosten aus. Nach Angaben der Gemeinde verteilen sich die Hauptbeträge wie folgt:
- 79,8 Millionen Franken für die Umsiedlungsprojekte (fällt nur an, wenn alle Angemeldeten tatsächlich wegziehen und Neuwertentschädigungen beanspruchen).
- 1,4 Millionen Franken für Projektierung und Planung.
- 87'000 Franken für den Landwert der Umsiedlungsprojekte.
| Posten | Betrag (CHF) |
|---|---|
| Umsiedlungsprojekte | 79'800'000 |
| Projektierung/Planung | 1'400'000 |
| Landwert | 87'000 |
| Total (Bruttokredit) | 82'560'000 |
Praktische Auswirkungen für Betroffene
Sollte der Kanton grünes Licht geben, werden die betroffenen Gebäude zurückgebaut und das Land geht an die Gemeinde. Die Betroffenen erhalten dann eine Auszahlung, die den Neuwert ihrer Gebäude abdecken soll. Wichtig für die Haushalte: Die Teilnahme an der Anmeldung ist noch keine verbindliche Zusage zu einem Umzug; sie bildet die Grundlage für die weitere Planung und Budgetierung.
Für die übrige Bevölkerung stellt der Entscheid eine langfristige Herausforderung für die Ortsentwicklung von Brienz dar. Die Gemeindebehörde hat angekündigt, Konzepte zu prüfen, damit das Bergdorf nicht zu einem Geisterdorf wird, falls viele Haushalte tatsächlich wegziehen.
Die nächsten Schritte sind nun das mögliche Referendum und die kantonale Prüfung. Erst nach der Genehmigung durch den Kanton können konkrete Termine und Einzelbewilligungen erteilt werden.