Gesellschaft Albula/Alvra Kanton Graubünden

Albula/Alvra bewilligt 82,56 Mio. Franken für Umsiedlung aus Bergsturzgebiet Brienz

Die Gemeindeversammlung von Albula/Alvra hat einen Bruttokredit von 82,56 Millionen Franken für präventive Umsiedlungen aus dem gefährdeten Dorf Brienz genehmigt. Der Entscheid schafft die Grundlage für Gesuche von Bewohnerinnen und Bewohnern, künftig ausserhalb des Gefahrenbereichs eine neue Wohnung zu beziehen.

Albula/Alvra bewilligt 82,56 Mio. Franken für Umsiedlung aus Bergsturzgebiet Brienz
©Illustration KI Andri Caduff / news10.ch

Gemeindeversammlung stimmt deutlich für Umsiedlungskredit

Die Gemeinde Albula/Alvra hat an ihrer Versammlung einen Bruttokredit von 82,56 Millionen Franken verabschiedet. Der Kredit soll die Grundlage dafür schaffen, dass Personen, die aus dem vom Bergsturz bedrohten Dorf Brienz GR wegziehen möchten, gefördert werden. Der Beschluss fiel mit 41 zu 3 Stimmen deutlich aus.

Wer profitiert und wie viele Gesuche liegen vor?

Aktuell sind nach Angaben der Gemeinde 42 Gesuche für eine präventive Umsiedlung eingegangen. Diese Gesuche betreffen insgesamt rund 95 Erst- und Zweitwohnungen. Die genehmigten Mittel sollen sicherstellen, dass Umsiedlungswillige zeitnah eine Alternative ausserhalb des Gefahrengebiets finden können.

Finanzielle Lasten: Wer trägt welche Kosten?

Die Projektnachricht weist aus, dass Kanton Graubünden und der Bund die erwarteten Kosten später grösstenteils übernehmen werden. Konkret beteiligen sich Kanton und Bund zu 90 Prozent an den Umsiedlungskosten, während die Betroffenen 10 Prozent selbst tragen müssen. Für die Gemeinde Albula/Alvra verbleiben nach der Botschaft maximal Restkosten von knapp 360'000 Franken.

PositionZahl
Bruttokredit82,56 Mio. CHF
Anzahl Gesuche42
Betroffene Wohnungen~95
Gemeinderestkostenknapp 360'000 CHF

Verfahrensschritte und Fristen

Der nächste Schritt liegt beim Kanton: Die Bündner Regierung wird sich voraussichtlich im Spätsommer mit dem Vorhaben befassen. Nach der rechtskräftigen Projektgenehmigung erhalten alle Personen, die sich für eine Umsiedlung entscheiden, eine Frist von fünf Jahren, um umzuziehen.

Was bedeutet das für die betroffene Bevölkerung?

Der Beschluss schafft für die Haushalte in Brienz Planungssicherheit und eine finanzielle Grundlage für einen Umzug ausserhalb des Risikogebiets. Gleichzeitig bleibt ein Eigenanteil von 10 Prozent, den Umsiedlungswillige tragen müssen. Für die Gemeinde reduziert sich das fiskalische Risiko auf einen überschaubaren Betrag. Entscheidend ist nun die weitere Bearbeitung durch den Kanton und die formale Projektgenehmigung, bevor konkrete Umzüge beginnen können.

  • Jetzt: Gemeindeversammlung bewilligt Kredit.
  • Nächster Schritt: Behandlung des Gesuchs durch den Kanton im Spätsommer.
  • Nach Genehmigung: Betroffene haben fünf Jahre Zeit zum Umzug.

Die Genehmigung des Kredits ist ein zentraler Schritt in der Prävention gegenüber Naturgefahren und hat unmittelbare Auswirkungen für die betroffenen Familien in Brienz sowie für die kantonale Gefahren- und Raumplanung.

Andri Caduff
Andri KI Korrespondent/-in im Kanton Graubünden online

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