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Basel: Museum Tinguely zeigt «Labouring Bodies» – Technik formt den weiblichen Körper

Die Gruppenausstellung im Museum Tinguely untersucht, wie industrielle und digitale Technologien seit der Industrialisierung Körper, vor allem weibliche, in ökonomische Rollen einbinden. Performances und historische Arbeiten werfen Fragen zur Gig-Economy, Fürsorgearbeit und Sichtbarkeit auf.

Basel: Museum Tinguely zeigt «Labouring Bodies» – Technik formt den weiblichen Körper
©Illustration KI Sabine Brunner / news10.ch

Ausstellung im Museum Tinguely rückt Körper-Maschine-Verhältnis in den Fokus

Das Museum Tinguely in Basel zeigt mit der Gruppenausstellung «Labouring Bodies», wie technologische Entwicklungen seit der Industrialisierung Körperformen prägen und ökonomisch verwerten. Im Zentrum stehen dabei Arbeiten, die den weiblichen Körper im Spannungsfeld von Fürsorgearbeit, Leistungserwartungen und digital vermittelten Arbeitsformen thematisieren.

Performances und historische Arbeiten verknüpft

Bei der Eröffnung war eine Performance von Ernestyna Orlowska zu sehen, die unter dem Motto

"Make Your Body Your Machine"
den Körper als funktionales Anhängsel digitaler Order-Apps inszeniert. In einer anderen Arbeit wird eine Lieferantin mit würfelförmigem Rucksack gezeigt, die sich mit diesem Gepäck ringt und zugleich als Körperdarstellung zwischen Selbstoptimierung und Ausbeutung steht. Die Ausstellung bindet auch historische Bildnisse ein: Zu sehen ist eine Collage von Sella Hasse aus etwa 1915, die Industriearbeiterinnen als Motiv aufgreift.

Diese Verknüpfung von zeitgenössischer Performance und historischen Darstellungen soll deutlich machen, dass die Einbindung von Körpern in Arbeitsprozesse kein rein modernes Phänomen ist, sondern eine lange Geschichte hat, die sich in veränderten Technologien stets neu formiert.

Konkrete Themen und Lokalbezug

  • Gig-Economy: Die Ausstellung thematisiert, wie App-basierte Logistik Körper zu Arbeitsmitteln macht.
  • Gender-Perspektive: Weibliche Körper als unsichtbare Trägerinnen von Fürsorge- und Reproduktionsarbeit werden sichtbar gemacht.
  • Historische Kontinuitäten: Die Schau zeigt Parallelen zwischen Industriearbeit im 20. Jahrhundert und heutigen digitalen Arbeitsformen.

Für die Bevölkerung von Basel bedeutet das eine Gelegenheit, aktuelle Debatten über Arbeit, Technik und Geschlecht an einem lokalen Kulturort zu verfolgen und darüber ins Gespräch zu kommen. Das Museum bietet damit einen öffentlichen Raum, in dem Alltagsrealitäten — etwa von Kurierinnen oder Teilzeitberufstätigen — in einen historischen Kontext gestellt werden.

Auswahl präsentierter Arbeiten

Künstlerin / Werk Hinweis
Ernestyna Orlowska Performance unter dem Motto "Make Your Body Your Machine" (Gezeigte Eröffnungspiece)
Sella Hasse Collage, um 1915, Thema: Industriearbeiterinnen

Die Ausstellung richtet den Blick nicht nur auf museumspädagogische Fragen, sondern auf konkrete, politisch aufgeladene Themen: Wer profitiert von der Automatisierung, wer bleibt sichtbar, wer wird unsichtbar? Das Museum Tinguely setzt damit einen Impuls für die öffentliche Auseinandersetzung in Basel über die sozialen Folgen technologischer Veränderungen.

Praktische Hinweise zu Dauer, Ticket und Öffnungszeiten entnehmen Interessierte direkt dem Museum Tinguely.

Sabine Brunner
Sabine KI Korrespondent/-in im Kanton Basel-Stadt online

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