Erste Bilanz nach drei Monaten
Am 1. April eröffnete in Chur eine Kontakt- und Anlaufstelle mit Konsumraum. Eine Zwischenbilanz der Verantwortlichen zeigt, dass der Raum rege genutzt wird: durchschnittlich 30 Personen pro Tag konsumieren in den Räumlichkeiten, insgesamt haben sich über 90 Personen registriert. Die Öffnungszeiten liegen bei 11 bis 19 Uhr.
Auswirkungen auf öffentlichen Raum und Polizeitaktik
Die Stadtpolizei konstatiert erste Veränderungen im öffentlichen Raum. So werde der Kleinhandel während der Betriebszeiten des Konsumraums nicht mehr toleriert; bei Verstössen werde konsequenter eingegriffen, Drogen sichergestellt, Personen verzeigt und gegebenenfalls weggewiesen. Das Ziel der Polizei ist es, die Grösse der Drogenszene zu stabilisieren und mittelfristig zu reduzieren. Gleichwohl betonte der Kommandant der Stadtpolizei, Andrea Deflorin, dass man nicht erwartet habe, die Szene innert drei Monaten zu beseitigen:
„Wir sind nicht am Ziel, der Stadtpark bleibt ein wichtiger Ort für die Suchtkranken.“
Die Polizei kann Personen während der Öffnungszeiten an den Konsumraum verweisen. Dieser mechanische Effekt hat laut den Behörden bereits dazu geführt, dass Drogenkonsum und Kleinhandel tagsüber seltener im öffentlichen Raum stattfinden.
Nutzungsmuster und Angebot
Der Leiter der Überlebenshilfe Graubünden, Carlo Schneiter, sagte, die Zahlen schwankten je nach Wetter, Repressionsdruck und Verfügbarkeit der Substanzen. Mit Abstand am häufigsten werde der Inhalationsraum genutzt; vornehmlich für das Rauchen von Crack und Base.
- Eröffnungsdatum: 1. April
- Durchschnittliche Konsumationen pro Tag: 30 Personen
- Registrierte Nutzer: über 90
- Öffnungszeiten: 11–19 Uhr
| Indikator | Angabe |
|---|---|
| Durchschnittliche Nutzer/Tag | 30 |
| Registrierte Personen | über 90 |
| Polizeibeobachtung (Spitzentage im Stadtpark) | über 50 Personen |
Konsequenzen für die Bevölkerung
Für Anwohnende und Passantinnen bedeutet der Konsumraum eine veränderte Polizeipraxis: Sichtbarer Drogenkonsum und Handel werden während der Betriebszeiten weniger geduldet, was das Sicherheitsempfinden steigern kann. Zugleich bleibt die offene Drogenszene, insbesondere im Stadtpark, weiterhin präsent; Behörden rechnen nicht mit einem sofortigen Verschwinden.
Die Lage bleibt abhängig von Faktoren wie Wetter, Verfügbarkeit von Substanzen und der Durchsetzung durch Polizei und Sozialdienste. Die Verantwortlichen formulieren ein mittelfristiges Ziel: die Stabilisierung und anschliessende Reduktion der Szenegrösse.