Projekt tritt in konkrete Planungsphase
Die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) hat beschlossen, die konkrete Bauprojektierung für die Dammerhöhung um 15 Meter am Göscheneralpsee in Angriff zu nehmen. Das Vorprojekt, das in den letzten Monaten technische, ökologische, rechtliche, politische und wirtschaftliche Aspekte vertieft abgeklärt hat, ergab nach Angaben der Betreiber keine grundsätzlichen Hinderungsgründe.
Das Vorhaben gehört zu 16 national priorisierten Wasserkraftprojekten und verfolgt weniger eine deutliche Steigerung der Jahresproduktion als die Möglichkeit, die Stromerzeugung dank des grösseren Speichervolumens stärker vom Sommer ins Winterhalbjahr zu verschieben. Das ist aus Sicht der Projektträger ein Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Technik, Zeitplan und Beteiligte
Die durchgeführten Abklärungen zeigen laut Mitteilung, dass eine Erhöhung des bestehenden Staudamms um 15 Meter technisch möglich ist. Sicherheitsaspekte wie Hochwasser- und Erdbebensicherheit liessen sich demnach gewährleisten. An der vertieften Prüfung waren neben der KWG unter der Leitung von CKW auch Fachleute von SBB, Axpo sowie externe Dienstleister beteiligt.
- Speichermehrung: Rund 28 Prozent mehr Speichervolumen des Stausees wird angegeben.
- Ziel: Verschiebung der Produktion ins Winterhalbjahr zur Stärkung der Versorgungssicherheit.
- Zeithorizont: Ausarbeitung des Bauprojekts bis voraussichtlich Frühling 2027, öffentliche Auflage danach; möglicher Entscheid und Baustart frühestens 2029.
„Die durchgeführten Abklärungen zur technischen Umsetzbarkeit, ökologischen Verträglichkeit sowie zur Wirtschaftlichkeit inklusive Restwertvereinbarung zeigten keine Punkte auf, die das Projekt grundsätzlich verunmöglichen. Wir freuen uns, jetzt den nächsten Planungsschritt in diesem national wichtigen Projekt zu starten“,
äusserte Angela Krainer, Präsidentin des Verwaltungsrats der KWG AG, in der Medienmitteilung.
Praktische Auswirkungen für die Region
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Raum Göschenen sind die direkten Auswirkungen zunächst planerischer Natur: Die vertiefte Projektierungsphase umfasst Untersuchungen, mögliche Begleitmassnahmen zur ökologischen Verträglichkeit sowie anschliessende öffentliche Auflagen und Einspracheverfahren. Bauarbeiten wären frühestens nach einem Investitionsentscheid möglich, der nicht vor 2029 zu erwarten ist.
| Meilenstein | Zeitraum |
|---|---|
| Vertiefte Prüfung / Vorprojekt | ab Anfang 2024 (abgeschlossen) |
| Bauprojektierung | bis Frühling 2027 |
| Öffentliche Auflage | nach Projektierung (2027) |
| Möglicher Investitionsentscheid / Baustart | frühestens 2029 |
Ökologisch wird eine Dammerhöhung häufig kritisch begleitet, weil veränderte Wasserstände Lebensräume beeinflussen können. Konkrete Angaben zu Ausgleichsmassnahmen oder Untersuchungen zu Flora und Fauna nannte die Mitteilung nicht detailliert; diese Punkte dürften in der nun gestarteten Projektierungsphase vertieft behandelt und in der anschliessenden öffentlichen Auflage sichtbar werden.
Die Entscheidung der KWG signalisiert, dass das Vorhaben auf kantonaler und nationaler Ebene als relevant eingestuft wird. Für den Kanton Uri bedeutet dies, dass lokale Behörden, Gemeinden und betroffene Kreise in den kommenden Jahren intensiver mit Planungs- und Bewilligungsfragen befasst sein werden.