Wolf nach Schafverlusten in Silenen erlegt
Die Urner Wildhut hat am Donnerstag auf der Alp Vorder Bristen in der Gemeinde Silenen einen Wolf erlegt, wie die Urner Sicherheitsdirektion mitteilte. Es handelt sich demnach um ein männliches Einzeltier, das zuvor für den Abschuss freigegeben worden war, nachdem es auf der betroffenen Alp im Maderanertal sechs Schafe gerissen hatte.
Das erlegte Tier wurde zur weiteren Untersuchung an das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin in Bern überführt. Die ursprünglich ausgestellte Abschussbewilligung galt für einen einzelnen, nicht zum Rudel gehörenden Wolf, war territorial auf das Gebiet rund um die Alp Vorder Bristen beschränkt und hatte eine Gültigkeit von 60 Tagen.
Kontext und vorherige Vorkommnisse
Bereits Mitte Juni hatte die Urner Wildhut einen weiteren Wolf im Meiental erlegt. Dieses Tier war wenige Tage zuvor auf einer Alp in der Gemeinde Wassen aktiv gewesen und hatte dort ebenfalls sechs Schafe getötet. Die nun gemeldete Erlegung auf der Alp Vorder Bristen reiht sich damit in eine Serie von Schadensfällen an Nutztieren in den vergangenen Wochen ein.
- Ort der Erlegung: Alp Vorder Bristen, Silenen
- Tier: männlicher, einzelgängerischer Wolf
- Grund der Abschussbewilligung: wiederholte Risse an Nutztieren (sechs Schafe)
- Weiteres Verfahren: Überführung zur Untersuchung nach Bern
- Gültigkeit der Bewilligung: 60 Tage, räumlich beschränkt
Folgen für Bergbetriebe und Öffentlichkeit
Für die betroffenen Sennen und Bergbetriebe im Maderanertal bedeutet die Erlegung des Tieres einerseits eine unmittelbare Entlastung in Bezug auf weitere Angriffe. Andererseits wirft der Fall Fragen zur Prävention und zu Zukunftsstrategien gegen Grossraubtiere auf. Herdenschutzmassnahmen, Herdenschutzhunde und verstärkte Kontrollen der Alpgebiete sind in der Diskussion, werden in der Mitteilung der Sicherheitsdirektion jedoch nicht detailliert thematisiert.
Die Überführung des Tieres zur fachlichen Abklärung nach Bern dient dazu, Rückschlüsse auf Herkunft, Gesundheitszustand und mögliche Anschlussspuren an ein Rudel zu gewinnen. Solche Untersuchungen sind wichtig für die Beurteilung, ob weitere Schutzmassnahmen oder zusätzliche Bewilligungen notwendig werden.
Was Anwohnerinnen und Alpwirtschaft jetzt wissen sollten
Für Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Regionen sowie für Personen, die sich in Alpgebieten aufhalten, gelten weiter die üblichen Vorsichtsmassnahmen im Umgang mit Weidetieren und Herdenschutz. Behörden werden – sofern nötig – Informationen zu Sperrzonen, erhöhter Präsenz der Wildhut oder zu Entschädigungsfragen kommunizieren. Konkrete, weiterführende Massnahmen oder Entschädigungsregelungen wurden in der Mitteilung der Sicherheitsdirektion nicht genannt.
| Datum/Zeitraum | Ort | Anzahl gerissener Schafe | Massnahme |
|---|---|---|---|
| Vor knapp drei Wochen | Alp Vorder Bristen, Silenen | 6 | Abschussbewilligung (60 Tage, räumlich beschränkt) |
| Mitte Juni | Meiental / Alp in Wassen | 6 | Erlegung durch Wildhut |
Die Sicherheitsdirektion informierte kurz über den Vorgang; weitere Details erwarten Betroffene und Öffentlichkeit nach den Untersuchungen in Bern. Die Lage bleibt für Bergbetriebe angespannt, solange wiederholte Nutztierrisse auftreten.