Geschiebesammler leisten Schutz — Material wird dem See zurückgegeben
Nach den intensiven Niederschlägen Ende Juni füllten sich die Geschiebesammler am Palanggenbach oberhalb der Siedlungsgebiete von Attinghausen und Seedorf mit Geröll. Die Anlagen, namentlich der bestehende Geschiebesammler Tobel und der 2023 neu erstellte untere Geschiebesammler, hielten das Material zurück und verhinderten damit eine unkontrollierte Verschiebung des Gerölls in die Wohngebiete.
Gemäss Mitteilung des Kantons werden die Sammler nach jedem grösseren Ereignis wieder freigemacht, damit die Bauwerke für das nächste Unwetter bereitstehen. Seit Freitag wird das zurückgehaltene Material des Palanggenbachs abtransportiert, damit die Schutzanlage möglichst rasch wieder mit voller Kapazität zur Verfügung steht.
Naturnahe Verwertung im Rahmen von «Seeschüttung II»
Das ausgeräumte Geschiebe wird nach Flüelen transportiert und im Zuge des Projekts «Seeschüttung II» fachgerecht im Urnersee eingebracht. Laut Kanton stammt das Material aus dem natürlichen Geschiebetransport, ist unverschmutzt und mengenmässig untergeordnet. Es eignet sich demnach zur Verbesserung der Flachwasserzonen und zur naturnahen Rückführung an das Mündungsgebiet.
Der Kanton betont, dass ein Teil dieses Materials ohne Schutzbauwerke früher oder später ohnehin in das natürliche Mündungsgebiet gelangt wäre, jedoch deutlich unkontrollierter. Durch die koordinierte Seeschüttung werde das Geschiebematerial geordnet in das Mündungsgebiet zurückgeführt.
Umweltmonitoring und Hochwasserschutz
Die bestehende Überwachung prüft laut Kanton laufend die Umweltverträglichkeit der Materialeinbringung. Damit soll sichergestellt werden, dass der Hochwasserschutz nicht bloss in der Rückhaltung von Geröll besteht, sondern auch in einer sicheren, wirtschaftlichen und ökologisch sinnvollen Verwertung.
Für Anwohnende und Gemeinden hat dies mehrere praktische Folgen:
- Erhöhte Sicherheit: Freigeräumte Sammler erhöhen kurzfristig den Schutz vor weiteren Ereignissen.
- Längerfristige Ökologie: Die Seeschüttung verbessert Flachwasserzonen, was Fischen und Ufervegetation zugute kommen kann.
- Betrieb und Verkehr: Der Abtransport des Materials führt temporär zu Arbeitsverkehr auf lokalen Strassen rund um Flüelen und die betroffenen Täler.
Was Bewohnerinnen und Bewohner wissen sollten
Die Räumungsarbeiten erfolgen im Auftrag des Kantons. Betroffene Anwohnende werden direkt informiert, sofern Arbeiten in ihrer unmittelbaren Umgebung stattfinden oder Verkehrsbehinderungen zu erwarten sind. Bei Fragen zu laufenden Massnahmen oder zur Projektplanung von «Seeschüttung II» empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem Departement Bau und Umwelt des Kantons Uri.
| Standort | Massnahme | Verwendungsort des Materials |
|---|---|---|
| Palanggenbach (oberhalb Attinghausen/Seedorf) | Freimachen der Geschiebesammler | Einbringung im Urnersee (Seeschüttung II), via Flüelen |
Die jüngsten Ereignisse zeigen die Bedeutung funktionierender Schutzbauten in den engen Urner Tälern: Sie vermeiden unmittelbar Schäden in Siedlungsgebieten und ermöglichen zugleich eine geordnete, umweltverträgliche Nutzung des abtransportierten Materials. Die kantonalen Behörden halten die Situation im Auge und führen die Arbeiten fort, damit die Anlagen rechtzeitig wieder einsatzbereit sind.