Mehr Sichtbarkeit für unsichtbare Beeinträchtigungen
Der Flughafen Zürich gibt seit November 2025 kostenlose Sonnenblumen‑Schlüsselbänder («Sunflower Lanyards») aus. Nach Angaben des Flughafens wurden seither fast 700 dieser Bändel verteilt. Sie dienen als sichtbares Zeichen für Menschen mit nicht offensichtlichen Beeinträchtigungen – etwa Autismus, ADHS oder Parkinson –, damit Mitarbeitende sensibler reagieren oder bei Kontrollen mehr Zeit einplanen können.
Der Flughafen teilte auf Anfrage von Keystone‑SDA mit, die Bändel kämen bei den betroffenen Personen «
sehr gut an». Auch das Flughafenpersonal schätze die Kennzeichnung, weil sie rasch erkennbar mache, welche Passagiere einen besonders sensiblen Umgang benötigen.
Verbreitung in öffentlichen Verkehrsmitteln und weiteren Angeboten
Die Initiative ist nicht auf den Flughafen beschränkt: Die SBB geben die Sonnenblumen‑Bändel bereits seit dem Vorjahr ab. Dort wurden in den ersten Monaten nach der Einführung im Sommer über 10’000 Lanyards verteilt. Auch die Swiss und die Matterhorn Gotthard Bahn bieten den Bändel an.
| Institution | Stand / Bemerkung |
|---|---|
| Flughafen Zürich | fast 700 verteilte Bändel (seit Nov. 2025) |
| SBB | über 10’000 in den ersten Monaten nach Einführung |
| Swiss, Matterhorn Gotthard Bahn | Bändel erhältlich |
Konsequenzen für Reisende und Personal
Für betroffene Reisende bedeutet das Lanyard vor allem Erleichterung im Kontakt mit Kontroll‑ und Servicepersonal: Wer mühsam erläutern muss, weshalb er langsamer reagiert oder nervös wirkt, kann mit dem Bändel auf seinen Unterstützungsbedarf hinweisen. Für die Mitarbeitenden von Flughafen, Bahn und anderen Dienstleistern schafft die Kennzeichnung eine schnelle Orientierungshilfe, die Abläufe entstressen und Konflikte reduzieren kann.
- Für Reisende: Bändel an Informationsstellen oder bei Partnern erhältlich; zeigt diskret auf Unterstützungsbedarf hin.
- Für Personal: Signal, Geduld und angepasste Kommunikation bereitzustellen.
- Für Angehörige und Begleitung: Erleichterung im Erklären von Verhaltensweisen in Stressituationen.
Stadt Zürich: Vorstoss für breitere Einführung
Gemeinderäte der FDP und der Alternativen Liste (AL) haben bereits im vergangenen Jahr gefordert, dass die Stadt Zürich dem Beispiel folgt und die Sonnenblumen‑Bändel in städtischen Diensten einführt. Vorgeschlagene Einsatzorte sind unter anderem Stadtverwaltung, Schulen, Sportanlagen, Trams und Busse sowie Spielplätze. Der Vorstoss wurde laut Mitteilung als chancenreich eingeschätzt, ist aber bisher noch nicht beraten worden.
Ob und wann die Stadt Zürich die Bändel offiziell einführt, könnte Auswirkungen auf zahlreiche Alltagssituationen haben: Eine formelle Annahme würde die Verfügbarkeit in städtischen Einrichtungen erhöhen und die Sensibilisierung für unsichtbare Beeinträchtigungen weiter stärken.
Praktische Hinweise
Wer ein Sunflower‑Lanyard möchte, kann es bei den genannten Verkehrsanbietern und am Flughafen anfordern. Die Bändel sind kostenlos. Sie dienen als informelles Signal – es gibt keine rechtliche Verpflichtung für Mitarbeitende, daran gebunden zu sein. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei Bedarf frühzeitig am Check‑in oder an Informationsschaltern auf Unterstützungswünsche hinzuweisen, um Wartezeiten zu reduzieren und Abläufe zu erleichtern.
Die Verbreitung der Sonnenblumen‑Bändel im öffentlichen Raum ist ein sichtbares Beispiel, wie kleine Massnahmen die Zugänglichkeit für Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen verbessern können. Ihre Wirkung hängt aber davon ab, dass Mitarbeitende in Verkehrsbetrieben und Behörden die Kennzeichnung erkennen und entsprechend handeln.