Füchse in Wohnquartieren – Sichtungen in Wittenbach nehmen zu
In den Quartieren nahe dem Waldgebiet Peter und Paul sind in den vergangenen Wochen vermehrt Fuchssichtungen gemeldet worden. Die Tiere werden nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber in Gärten und auf Strassen beobachtet. Teilweise ziehen die Füchse dort ihren Nachwuchs auf, was die Sichtbarkeit während der Aufzuchtzeit zusätzlich erhöht.
Warum sich Füchse in Siedlungen wohlfühlen
Füchse gelten als ausgesprochen anpassungsfähige Wildtiere. Auch das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei stellt fest, dass Füchse alle Arten von Lebensräumen besiedeln können – auch Siedlungen. Dort finden sie Nahrung, Deckung und geeignete Plätze zur Jungenaufzucht. Regionaler Wildhüter Mirko Calderara bestätigt das und weist zugleich auf eine weitere Ursache für die anhaltende Präsenz hin:
«Ein Teil der Wittenbacher Füchse wird gefüttert, wodurch die Tiere immer zutraulicher werden.»
Empfehlungen für Anwohnende
Calderara, zusammen mit der Jagdgesellschaft Wittenbach, hat Massnahmen vorgebracht, die ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander fördern sollen. Wichtig ist zunächst ein Vermeiden von Fütterungen und frei zugänglichen Nahrungsquellen. Konkrete Hinweise:
- Keine Fütterung von Wildtieren und Haustieren im Freien
- Komposthaufen abdecken und Abfallsäcke erst am Abfuhrtag nach draussen stellen
- Haustiere im Haus füttern statt draussen
- Unterschlüpfe unter Gartenhäusern, Terrassen oder Schuppen verschliessen
- Für Hühner, Kaninchen und andere Kleintiere: fuchssichere Ställe bzw. Gehege
Zeigt ein Fuchs nur wenig Scheu oder hält er sich wiederholt auf einem Grundstück auf, empfehlen die Fachstellen ein konsequentes Vertreiben durch Lärm (z. B. Händeklatschen) oder einen Wasserstoss aus dem Gartenschlauch. Ziel ist, dass die Tiere wieder Abstand zum Menschen lernen.
Hygiene und Gesundheitsrisiken
Mit dem verstärkten Kontakt zwischen Menschen und Füchsen steigt auch die Bedeutung hygienischer Vorsichtsmassnahmen. Der Fuchsbandwurm ist eine bekannte Gesundheitsgefahr, weshalb der Kontakt mit toten oder lebenden Wildtieren, mit deren Kot oder mit potentiell kontaminierten Materialien zu vermeiden ist. Haustiere, die viel aussen sind, sollten regelmässig entwurmt werden; bei Unsicherheiten sind Tierärztinnen und Tierärzte beratend zur Stelle.
Was die Behörden und Jagdgesellschaften tun
Die Jagdgesellschaft Wittenbach und der regionale Wildhüter haben das Thema aufgenommen. Ein schneller, umfassender Eingriff ist nicht realistisch; die Massnahmen setzen auf Information, Prävention und auf lokale Anpassungen. Entscheidend bleibt die Mithilfe der Anwohnerinnen und Anwohner: Verhaltensänderungen im Umgang mit Abfall und Fütterung sind kurzfristig wirksam und für die Reduktion von Problemen zentral.
| Problem | Praktische Massnahme |
|---|---|
| Fütterung durch Menschen | Futterstellen unterbinden, Haustierfutter drinnen bereitstellen |
| Unzugängliche Abfälle | Abfallsäcke erst am Abfuhrtag hinausstellt, Kompostabdeckung |
| Gefährdung von Kleintieren | Fuchssichere Stallungen/Gehege |
Für Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Quartiere sind diese Massnahmen unmittelbar umsetzbar und entlasten zugleich die Fachstellen. Langfristig bleibt die Beobachtung von Verhaltensänderungen bei den Tieren wichtig, ebenso wie die Aufklärung über mögliche Gesundheitsrisiken.
Wer Hinweise zu wiederholt zutraulichen Füchsen hat oder ungewöhnliche Verhaltensweisen beobachtet, sollte dies den örtlichen Wildhütern oder der Jagdgesellschaft melden, damit das weitere Vorgehen koordiniert werden kann.