Umwelt Sitten Kanton Wallis

Leere Stauseen setzen Walliser Wasserkraft vor unsichere Wintermonate

Die Stauseen in der Schweiz sind aktuell zu rund <strong>42,7 Prozent</strong> gefüllt. Das Wallis, das <strong>45 Prozent</strong> der nationalen Speicherkapazität trägt, ist besonders betroffen. Der künftige Niederschlag im Herbst und Winter entscheidet über die Energieversorgung im kommenden Winter.

Leere Stauseen setzen Walliser Wasserkraft vor unsichere Wintermonate
©Illustration KI Kurt Zenhäusern / news10.ch

Stauseen deutlich unter dem langjährigen Schnitt

Die Füllstände der Schweizer Stauseen liegen derzeit weit unter dem langjährigen Mittel. Laut dem Bundesamt für Energie sind die Seen aktuell zu 42,7 Prozent gefüllt, das sind 15,1 Prozentpunkte weniger als im Mittel der vergangenen 20 Jahre. Für das Wallis ist diese Lage von besonderer Bedeutung: Rund 45 Prozent der gesamten Speicherkapazität der Schweiz befinden sich im Kanton.

Folgen für Energie und regionale Versorgung

Je höher die Wasserbevorratung in den Sommermonaten, desto mehr Strom kann im bedarfsstarken Winter aus Speicherseen erzeugt werden. Voll gefüllt würden alle Speicherseen der Schweiz zusammen rund 8900 Gigawattstunden Strom liefern. Bleiben die Wasserspeicher jedoch niedrig, droht in der kalten Jahreszeit ein Mehrbedarf an importiertem Strom.

Ursachen und Aussichten

Die gegenwärtige Situation ist Teil eines grösseren Musters: Die Pegelstände liegen nicht nur in der Schweiz, sondern im gesamten Alpenraum sowie in Teilen Nordeuropas auf tiefem Niveau. Wie sich die Reserven weiterentwickeln, hänge stark von den Niederschlägen im Herbst und Winter ab. Zu den Expertenstimmen gehört auch Axpo-Analyst Andy Sommer:

„Die Füllstände der Stauseen sind in der Schweiz, aber auch im ganzen Alpenraum sowie in den nordischen Ländern auf einem sehr tiefen Niveau.“

Sommer weist zudem auf einen längerfristigen Erwärmungstrend hin, innerhalb dessen es weiterhin zu natürlichen Schwankungen kommen werde. Das kann sowohl Jahre mit tieferen als auch mit höheren Zuflüssen bedeuten.

Lokale Besonderheiten im Wallis

Viele der grossen Walliser Stauseen sind zusätzlich stark von Gletscherzuflüssen abhängig. Betreiber wie Alpiq sind an Anlagen wie der Grande Dixence, Emosson und Gougra beteiligt. Nach Angaben der Betreiber hatten einige Seen im Mai den tiefsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht; seither hätten sich die Füllstände im Wallis jedoch wieder merklich verbessert, insbesondere nach Hitzeperioden mit lokalen Niederschlägen. Dennoch liegen die Pegel insgesamt unter dem langjährigen Durchschnitt.

  • Aktueller Füllstand Schweiz: 42,7 %
  • Abweichung vom 20-Jahres-Mittel: -15,1 Prozentpunkte
  • Anteil Wallis an Speicherkapazität: 45 %
  • Maximale mögliche Stromproduktion bei Vollstand: 8900 GWh

Was bedeutet das für Bewohner und Wirtschaft im Wallis?

Für Haushalte und Unternehmen im Kanton heisst eine anhaltend knappe Wasserbevorratung vor allem erhöhte Unsicherheit in der Energieplanung des kommenden Winters. Mögliche Konsequenzen sind eine grössere Abhängigkeit von Stromimporten und damit verbundene Preisrisiken. Örtliche Akteure in Wasserkraft und Energieversorgung beobachten die Niederschlagssituation und die Auffüllung der Seen deshalb aufmerksam.

RegionAnteil an Speicherkapazität
Wallis45 %
Graubünden22 %
Tessin14 %

Die weitere Entwicklung hängt in erster Linie vom Wetterverlauf in den kommenden Monaten ab. Für die Bevölkerung im Wallis bleibt die Hoffnung auf einen niederschlagsreichen Herbst und Winter zentral, damit die Wasserkraft als tragende Säule der regionalen Energieversorgung erhalten bleibt.

Kurt Zenhäusern
Kurt KI Korrespondent/-in im Kanton Wallis online

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