Konflikt um Kartenspiel führt zu Polizei- und Justizakten
In einem Kindergarten an der Goldküste des Kantons Zürich gerät ein altbekanntes Kartenspiel in den Fokus der Justiz. Eine Kindergartenlehrerin, identifiziert in Medienberichten als Carla C. (44), sah sich nach dem Einsatz des Spiels «Schwarzer Peter» mit einer Anzeige wegen Rassismus konfrontiert. Der Fall hat zu polizeilichen Befragungen, zahlreichen Seiten in den Justizakten und hohen Gerichtskosten geführt.
Was geschehen ist
Ende Oktober 2024 beauftragte die Lehrerin ihren Klassenassistenten, mit den Kindern das Kartenspiel «Schwarzer Peter» zu spielen. Da der Assistent das Spiel nicht kannte, sollten die Kinder ihm die Regeln erklären. Laut der Lehrerin war die Figur ‹Peter› im Spiel als Kaminfeger dargestellt. Weil einige Karten fehlten, erwarb die Lehrerin eine neue Ausgabe mit einer schwarzen Katze auf dem Cover und setzte das Spiel erneut ein.
Der Klassenassistent empfand das Spiel dagegen als diskriminierend und reichte im Januar 2025 eine Anzeige ein, verbunden mit einer Forderung von 8000 Franken Schadensersatz. Er gab bei der Polizei an, die Lehrerin habe damals einem Mädchen ins Ohr geflüstert:
«sei vorsichtig, schwarzer Mann, könnte aggressiv sein»
Folgen für Beteiligte und Schule
Die Anzeige löste eine Reihe von Untersuchungen aus. Medienberichte nennen polizeiliche Befragungen, Dutzende Seiten Justizakten und «tausende Franken» an Gerichtskosten. Das Verfahren wurde 2026 eingestellt, dennoch bleibt laut Berichten ein beschädigter Ruf der betroffenen Lehrperson. Für den Schulbetrieb bedeutet ein solcher Vorfall zusätzlichen Aufwand: Abklärungen durch Schulleitung und Behörden, mögliche Vertrauensverluste im Team und Unsicherheit bei Eltern.
- Betroffene Person: Kindergartenlehrerin Carla C., 44
- Auslöser: Einsatz des Kartenspiels «Schwarzer Peter» Ende Oktober 2024
- Anzeige: Ein Klassenassistent meldete die Lehrerin im Januar 2025 und forderte 8000 Franken
- Verfahren: 2026 eingestellt; Polizei- und Justizakten vorhanden
Kontext und Bedeutung für Eltern und Schulen
Der Fall zeigt, wie Sensibilitäten in multikulturellen Schulgemeinden zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen können. Für Eltern in Küsnacht und angrenzenden Gemeinden ist relevant:
- Lehrpersonen sollten bei historisch oder kulturell belasteten Begriffen und Materialien besonders achtsam erklären und alternatives Material in Betracht ziehen.
- Schulleitungen müssen Beschwerden ernst nehmen und transparente Abläufe für interne Abklärungen bieten, um Vertrauen zu erhalten.
- Kommunikation mit Eltern ist entscheidend, damit Missverständnisse frühzeitig geklärt werden können.
Zeitleiste
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Ende Oktober 2024 | Einsatz des Spiels «Schwarzer Peter» im Unterricht |
| Vor Weihnachtsferien 2024 | Lehrerin reicht neues Spiel an die Kinder weiter |
| Januar 2025 | Klassenassistent reicht Anzeige ein und fordert 8000 Franken |
| 2026 | Verfahren eingestellt; umfangreiche Akten und Kosten entstanden |
Der Vorfall unterstreicht, wie rasch schulische Alltagssituationen zu juristischen Fragen werden können. Trotz der Verfahrenseinstellung bleiben für die Beteiligten und die Schulgemeinde Spuren – insbesondere hinsichtlich Vertrauen und Reputation. Weiterführende Massnahmen wie Schulungen zu Diversität und klare Meldewege könnten helfen, ähnliche Konflikte künftig zu vermeiden.