Hügli katapultiert Schweizer Rekord auf 62,18 m
Leonie Hügli hat bei den Spitzenleichtathletik Luzern ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt: Mit einem letzten Versuch auf 62,18 m stellte die 21-jährige Bernerin einen neuen Schweizer Rekord im Speerwurf auf und sicherte sich damit den Sieg vor heimischem Publikum. Damit übertraf Hügli ihre erst vor zwei Monaten gesetzte Bestmarke um 24 cm und knackte zum dritten Mal in ihrer Karriere die 60-Meter-Marke.
Der Weg zur Bestleistung war nicht geradlinig: Vor dem finalen Wurf blieb Hügli unter 55 Metern und musste zwei Fehlversuche hinnehmen. Im letzten Durchgang setzte sie jedoch ein klares Zeichen und beendete das Meeting mit dem Rekordwurf.
Konsequenzen für die EM und die Saison
Der Rekord kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäische Saison an Fahrt aufnimmt und die EM im August näher rückt. Hüglis Leistung stärkt die Schweizer Speerwurf-Positionierung deutlich und gibt dem Trainerteam einen greifbaren Formbeleg wenige Wochen vor wichtigen Meisterschaften. Ein Wurf jenseits der 62-Meter-Marke verschafft nicht nur Selbstvertrauen, sondern setzt auch eine neue Messlatte für die nationale Konkurrenz.
- Neue Bestleistung: 62,18 m (Schweizer Rekord)
- Alter der Athletin: 21 Jahre
- Rekordverbesserung gegenüber Vorleistung: +24 cm
Hüglis Auftritt in Luzern demonstriert, dass Spitzenform auch nach durchzogenen Versuchen möglich ist. Für die Verantwortlichen bedeutet das: Technik und Kopf sind im richtigen Moment abrufbar — ein gutes Omen für die nächsten internationalen Aufgaben.
Mujinga Kambundji: Comeback mit Luft nach oben
Parallel zu Hüglis Coup war eines der grossen Themen der Veranstaltung das Comeback von Mujinga Kambundji. Knapp acht Monate nach der Geburt ihres Sohnes startete die 34-jährige Sprinterin im B-Final über 100 m und lief in Luzern eine Zeit von 11,58 Sekunden. Dieser Wert liegt deutlich über ihrem Schweizer Rekord von 10,89 Sekunden, doch laut Beobachtern war die Bahn durch einen Gewitterunterbruch und noch nasse Bedingungen beeinträchtigt.
Bereits am Wochenende zuvor hatte Kambundji in Bulle einen ersten Testlauf mit 11,33 Sekunden absolviert. In Luzern lief der Sieg an Tina Clayton (11,02) – insgesamt zeigte der Wettkampf, dass Kambundji auf dem Rückweg ist, aber noch Zeit zur Entwicklung braucht.
| Wettkampf | Ergebnis / Distanz |
|---|---|
| Leonie Hügli (Speerwurf) | 62,18 m (Schweizer Rekord) |
| Mujinga Kambundji (100 m) | 11,58 s (B-Final, Luzern) |
| Mujinga Kambundji (Testlauf, Bulle) | 11,33 s |
Das Meeting in Luzern bot somit versöhnliche wie erklärungsbedürftige Resultate: Ein nationaler Rekord auf der einen, ein vorsichtiges Comeback auf der anderen Seite. Für Hügli ist der Rekord ein klarer Motivationsschub; für Kambundji bleibt Luzern ein Zwischenhalt auf dem langen Weg zurück zur internationalen Spitze.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Hügli diese Form konservieren kann und wie schnell Kambundji ihre Zeiten wieder auf Vorjahresniveau bringt. Für die Schweizer Leichtathletik bedeuten beide Geschichten: Potenzial und Dynamik zur rechten Zeit.