Regierungsrat verlangt höheren Stellenwert für Bypass Bern-Ost
Der Berner Regierungsrat hat in seiner Antwort auf eine Interpellation die Bedeutung des Projekts Bypass Bern-Ost hervorgehoben und den Bund aufgefordert, das Vorhaben rascher zu priorisieren. Der Bundesrat hatte das Projekt zu Jahresbeginn in die Kategorie «weitere Vorhaben ohne konkreten Zeithorizont» eingestuft. Aus Sicht des Kantons ist der so gesetzte Realisierungshorizont zu spät und gefährdet die Planung weiterer Vorhaben in Bern.
Der Regierungsrat betont, dass es sich beim Bypass nicht um ein reines Autobahnneubauprojekt, sondern um eine Massnahme mit direktem städtebaulichen und verkehrstechnischen Charakter handelt. Entscheidend ist zudem der geplante Umbau des Autobahnanschlusses Wankdorf in der Stadt Bern: Ohne diesen Umbau könnten mehrere aktuelle Grossprojekte nicht bewilligt werden.
«Es sei ein positives Signal, dass der Bypass überhaupt im Programm verbleibe», schrieb der Regierungsrat – zugleich sieht er den Realisierungshorizont als zu spät angesetzt.
Konkrete Folgen für laufende Bauvorhaben
Der Regierungsrat nennt als Beispiele Vorhaben, die von einer zügigen Umsetzung des Wankdorf-Projekts abhängig sind: Wankdorf City III sowie der Ersatzneubau eines Spitals der Lindenhofgruppe. Ohne eine Anpassung der Anschlussinfrastruktur wären diese Projekte rechtlich und planerisch nicht weiterführbar.
- Bypass Bern-Ost: Projekt bleibt im Programm des Bundes, aber ohne konkreten Zeithorizont.
- Wankdorf-Umbau: Vom Kanton als zentrales Element für die Entwicklung des Gebiets bezeichnet.
- Betroffene Projekte: Wankdorf City III, Ersatzneubau des Lindenhof-Spitals (bewilligungsabhängig).
| Projekt | Rolle des Wankdorf-Umbau |
|---|---|
| Wankdorf City III | Voraussetzung für Bewilligung |
| Ersatzneubau Spital Lindenhofgruppe | Bewilligungsabhängig |
Der Regierungsrat weist darauf hin, dass der Umbau des Wankdorf-Anschlusses nicht als Autobahnausbau verstanden werden soll, sondern als Verbesserung eines bestehenden Knotens: Dadurch sollen ein bekannter Unfallschwerpunkt entschärft und die Bedingungen für Fuss- und Veloverkehr verbessert werden. Für die Stadtentwicklung sind diese Aspekte zentral, weil sie direkt die Erschliessung neuer Bauflächen und die Verkehrssicherheit beeinflussen.
Was bedeutet das für die Bevölkerung in Bern?
Für Pendlerinnen und Pendler sowie Anwohnerinnen und Anwohner heisst die Forderung der Kantonsregierung konkret: Eine schnellere Priorisierung könnte zu einer beschleunigten Planung und damit früheren Realisierung von Bauprojekten führen, die Arbeitsplätze, Gesundheitsinfrastruktur und Wohnraum betreffen. Zugleich würde eine Verbesserung des Knotens Wankdorf die Verkehrssicherheit in einem stark belasteten Bereich erhöhen und die Bedingungen für den Langsamverkehr verbessern.
Die Kantonsregierung kündigte an, die Interessen von Bevölkerung und Wirtschaft in der laufenden Vernehmlassung konsequent zu vertreten. Ob der Bund dem dringenden Appell folgt und das Projekt deutlich vorzieht, bleibt offen; bislang steht der Bypass weiterhin auf der Liste, jedoch ohne verbindlichen Zeitplan.
Für Betroffene lohnt es sich, die Vernehmlassungsergebnisse und die weitere Kommunikation von Kanton und Bund zu verfolgen. Änderungen im Realisierungsfahrplan hätten direkte Auswirkungen auf die Planungs- und Bewilligungsverfahren wichtiger Infrastruktur- und Bauvorhaben in Bern.