Auszeichnung für langjährige Arbeit in Forschung und Gefahrenmanagement
Der Rünzi-Preis 2026 wird an Raphaël Mayoraz verliehen, den ehemaligen Leiter der Dienststelle für Naturgefahren des Kantons Wallis. Die Stiftung, deren Stiftungsrat unter dem Vorsitz des Walliser Regierungschefs Christophe Darbellay steht, würdigt damit eine Persönlichkeit, die sich durch Engagement und Verbundenheit mit dem Kanton hervorgetan hat. Der Preis, der seit 1972 jährlich vergeben wird, ehrt Personen, die dem Wallis «besondere Ehre» erweisen.
Werdegang und Fachkompetenz
Raphaël Mayoraz wurde 1961 in Ermenz (Hérémence) geboren. Er verfügt über ein Diplom des Geologischen Instituts der Universität Freiburg sowie über ein Doktorat der Wissenschaften der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. In seiner Laufbahn übernahm er mehrere Führungsaufgaben in den Bereichen Geologie, Naturgefahren und Risikomanagement:
- Leitung der Walliser Aussenstelle des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF)
- Gründung und Leitung der Firma GéoVal SA sowie eines eigenen Beratungsunternehmens
- Ab 2014 Tätigkeiten in der Sektion Naturgefahren der Dienststelle für Wald und Landschaft des Kantons Wallis
- Folgende kantonale Funktionen: Kantonsgeologe, Chef der Sektion Hydrologie, Hydrogeologie und Geologie, Chef der Sektion Naturgefahren und seit 2021 Chef der Dienststelle für Naturgefahren
Bergsport, Rettung und internationale Projekte
Mayoraz ist nicht nur Wissenschaftler, sondern auch ein erfahrener Bergführer. Von 2000 bis 2003 amtete er als Präsident des Walliser Bergführerverbands und war als Rettungsspezialist bei der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation tätig. Seit seinem offiziellen Rücktritt im September 2025 bleibt er aktiv, unter anderem durch Mitwirkungen an Projekten des Swiss Polar Institute in Bhutan und Grönland.
Konkrete Bedeutung für das Wallis
Die Auszeichnung hebt die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Expertise und praktischer Anwendung im Kanton hervor. Mayoraz' Arbeit in den Bereichen Naturgefahren und Risikomanagement hat direkte Auswirkungen auf:
- die Gefahrenvorsorge und -beurteilung in alpinen Gemeinden
- die Beratung kommunaler Behörden bei Schutzmassnahmen
- die fachliche Ausbildung und Vernetzung von Bergführern und Rettungsorganisationen
| Jahr / Zeitraum | Station |
|---|---|
| 1961 | Geburtsjahr: Ermenz (Hérémence) |
| 2000–2003 | Präsident Walliser Bergführerverband |
| 2014 | Beginn Tätigkeit in Sektion Naturgefahren des Kantons |
| 2021 | Ernennung zum Chef der Dienststelle für Naturgefahren |
| September 2025 | Eintritt in den Ruhestand |
Für Gemeinden im Wallis bedeutet die Ehrung auch eine symbolische Anerkennung der Bedeutung, die fachlich fundiertes Naturgefahrenmanagement für die Sicherheit der Bevölkerung hat. Die Auszeichnung kann dazu beitragen, den öffentlichen Blick auf Prävention, Risikokommunikation und die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung und Bergsportorganisationen zu schärfen.
Was Leserinnen und Leser wissen sollten
- Der Rünzi-Preis ist eine etablierte kantonale Auszeichnung, die seit 1972 vergeben wird und Personen ehrt, die sich für das Wallis besonders engagiert haben.
- Raphaël Mayoraz bringt wissenschaftliche Expertise und praktische Erfahrung in Bergsport und Rettung zusammen — ein Profil, das in einem Alpenkanton mit spezifischen Naturgefahren zentral ist.
- Sein anhaltendes Engagement nach dem Ruhestand zeigt, dass Fachwissen auch ausserhalb formeller Ämter weiterwirkt, etwa in internationalen Projekten des Swiss Polar Institute.
Die Verleihung des Rünzi-Preises an Raphaël Mayoraz setzt ein Signal für die Wertschätzung von Fachwissen, das direkt zum Schutz der Bevölkerung beiträgt und die Rolle des Wallis als Ort wissenschaftlicher Praxis im alpinen Raum unterstreicht.