Luxusauftritt nach Sanierung
Die städtische Anlage auf dem Zürichberg ist nach einer Sanierung wieder in Betrieb — und sie polarisiert. Für die Erneuerung wurden laut den Berichten rund 20 Millionen Franken aufgewendet. Architektonisch wirkt das Bad nun eher wie ein gehobenes Ferienresort als ein klassisches Zürcher Freibad. Im gastronomischen Angebot finden sich ungewöhnliche Positionen für eine Badi: Pommes mit Trüffeln und eine Champagner‑Lounge werden erwähnt, daneben gibt es eine Minigolfanlage auf dem Gelände.
Gäste erleben praktische Einschränkungen
Trotz des eleganten Auftritts berichten Besucherinnen und Besucher von konkreten Problemen im Alltagbetrieb. An einem heissen Nachmittag waren lange Warteschlangen und Engpässe auf der Liegewiese zu beobachten. Eine Mutter suchte vergeblich nach ausreichendem Schatten für ihr Kind und fand lediglich schmalen Sonnenschutz im Bereich von Absperrbändern. Ein Kinderbecken ist zeitweise gesperrt, weil ein Defekt behoben werden muss; andere Flächen sind aus Rücksicht auf den neu eingesäten Rasen noch nicht freigegeben.
Kritik von Stammgästen
„Es sei eine Katastrophe“, sagte eine Besucherin, die seit 30 Jahren die Dolder‑Badi kennt.
Die Aussage verdeutlicht die Frustration einiger langjähriger Besucherinnen und Besucher. Neben Beschwerden über fehlenden Schatten und eingeschränkte Beckenbenutzung schildern Gäste auch organisatorische Kuriositäten: So bezahlte ein Vater fünf Franken für einen Sonnenschirm und hinterlegte als Pfand einen einzelnen Turnschuh, weil er seinen Ausweis versehentlich im Spind eingeschlossen hatte.
Ambiente vs. Alltagstauglichkeit
Die Sanierung hat das Erscheinungsbild des Bades deutlich verändert; ob die Anlage in der täglichen Nutzung die Erwartungen der vielfältigen Besuchergruppen erfüllt, wird jedoch momentan in Zweifel gezogen. Die Mischung aus gehobener Gastronomie und klassischer Freibad‑Nutzung stellt Betreiber und Gäste vor praktische Herausforderungen — insbesondere an Tagen mit hoher Besucherzahl und grosser Hitze.
Was für Badegäste wichtig ist
- Informieren Sie sich vor einem Besuch über geöffnete Becken und verfügbare Liegeflächen, da Teile der Wiese oder Kinderbecken zeitweise gesperrt sein können.
- Bei Sonnenschein: Eigenen Sonnenschutz einplanen, Schattenplätze scheinen begrenzt zu sein.
- Für Familien mit kleinen Kindern: Vorher prüfen, ob das Kinderbecken in Betrieb ist.
Übersicht: Sanierung, Angebot und gemeldete Probleme
| Posten | Information |
|---|---|
| Sanierungskosten | ~20 Millionen Franken |
| Neuangebote | Champagner‑Lounge, gehobene Gastronomie, Minigolf |
| Gemeldete Probleme | Wartezeiten, wenig Schatten, gesperrtes Kinderbecken, noch nicht angelegter Rasen |
Die Dolder‑Badi bleibt eine der sichtbarsten Freizeitinvestitionen der Stadt Zürich. Ob die Balance zwischen exklusivem Ambiente und der alltäglichen Nutzbarkeit gelingt, werden die kommenden Wochen und das Verhalten des Betriebs bei grossem Besucherandrang zeigen. Für die Bevölkerung bleiben praktische Hinweise wichtig: Vor dem Besuch informieren, Schatten und Kinderbetreuung einplanen und nicht auf Komfortgüter vor Ort verlassen.