Massnahme gegen Falschparker führte zu neuen Behinderungen
Vor dem Coop Pronto am Schaffhauserplatz galt ein Parkverbot, markiert durch eine gelbe Linie. Trotzdem stellten Motorfahrende ihre Fahrzeuge regelmässig so ab, dass Platz für Fussgängerinnen, sichere Fahrmanöver und Velofahrende beeinträchtigt wurde. Die Dienstabteilung Verkehr (DAV) reagierte mit einer baulichen Massnahme: Entlang der Parkverbotslinie montierte sie acht Pfosten, um das Aufstellen von Fahrzeugen auf dem Trottoir zu verhindern.
Die Pfosten hatten die gewünschte Wirkung gegen das Trottoir-Parken: Das Parkieren auf dem Gehweg war damit nicht mehr möglich. Doch diese Lösung brachte unbeabsichtigte Folgen mit sich.
Lieferverkehr konnte nicht mehr an der vorgesehenen Fläche halten
Auf dem Trottoir unmittelbar vor dem Fussgängerstreifen befindet sich eine gelb markierte Fläche, die für Taxis und Güterumschlag vorgesehen ist. Da diese Fläche nun nicht mehr genutzt werden konnte, stellten Lieferfahrzeuge und Taxis ihre Fahrzeuge stattdessen auf der Strasse vor den Pfosten ab. Das hatte zur Folge, dass eine Fahrspur komplett blockiert wurde und es erneut zu Verkehrsbehinderungen kam.
"Der Bereich entlang der Parkverbotslinie wurde wiederholt zum illegalen Parkieren genutzt",
führt die DAV in einem Bericht als Begründung für die anfängliche Massnahme an. Gleichzeitig konstatiert die Behörde:
"Leider stellte sich heraus, dass diese Lösung für das Gewerbe nicht gangbar war."
Pfosten weg, temporäre Beschilderung installiert
Wegen der negativen Auswirkungen auf den Lieferverkehr liess die Stadt die Pfosten entfernen. Stattdessen wurde ein Schild mit der Aufschrift „Nur Gewerbe und Güterumschlag gestattet“ angebracht. Diese Beschilderung soll Falschparkierende von der Fläche fernhalten und den vorgesehenen Lieferverkehr ermöglichen.
- Ursprüngliches Problem: Parkieren trotz gelber Linie, Behinderung von Fussgängerinnen und Velofahrenden.
- Erste Massnahme: Montage von 8 Pfosten entlang der Parkverbotslinie.
- Ungewollter Effekt: Blockierte Lieferfläche; Lastwagen mussten auf der Strasse halten und behinderten den Verkehr.
- Aktueller Stand: Pfosten entfernt, temporäre Beschilderung montiert; mittelfristige Lösung durch Strassenbauprojekt vorgesehen.
Was bedeutet das für die Anwohnerinnen und Verkehrsteilnehmenden?
Die Änderung hat unmittelbare Auswirkungen vor Ort: Fussgängerinnen und Velofahrende werden kurzfristig weniger durch parkende Autos auf dem Trottoir behindert. Gleichwohl kann es temporär zu Behinderungen durch Lieferwagen kommen, wenn die Beschilderung nicht beachtet wird. Für das Gewerbe ist die Beibehaltung einer zugänglichen Lieferfläche zentral, damit Warenanlieferungen reibungslos erfolgen können und Lieferanten nicht auf die Fahrbahn ausweichen müssen.
| Massnahme | Effekt |
|---|---|
| Montage von 8 Pfosten | Verhindertes Gehwegparken, dafür blockierte Lieferfläche und Fahrspur |
| Entfernen der Pfosten; Aufstellen einer Beschilderung | Lieferfläche wieder nutzbar, hofft auf bessere Akzeptanz bei Motorfahrenden |
Ausserdem nannte die DAV die finanziellen Konsequenzen: Die Massnahme mit den Pfosten soll die Stadt knapp 10'000 Franken gekostet haben. Langfristig plant die Stadt eine strukturelle Verbesserung im Rahmen des Strassenbauprojekts Hofwiesenstrasse, das die Situation dauerhaft regeln soll.
Für die Bevölkerung bedeutet dies: Kurzfristig bleibt die Lage sensibel — Fussverkehr ist prioritär, aber die funktionierende Versorgung der angrenzenden Gewerbebetriebe muss ebenfalls sichergestellt werden. Wer vor Ort parkt oder Waren zustellt, sollte die neuen Schilder beachten und Lieferzeiten sowie Parkalternativen nutzen, um Behinderungen zu vermeiden.