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Stadt Zürich verschärft Regeln für Business-Apartments – Zug prüft Übernahme

Zürich will Business-Apartments stärker regulieren, um knappen Wohnraum zu schützen. Nach einem Bundesgerichtsentscheid fordern SP und ALG im Kanton Zug ähnliche Schritte. Die Leerwohnungsziffern in beiden Kantonen liegen deutlich unter dem Richtwert.

Stadt Zürich verschärft Regeln für Business-Apartments – Zug prüft Übernahme
©Illustration KI Andrea Huber / news10.ch

Die Stadt Zürich plant eine schärfere Regulierung von sogenannten Business-Apartments, um den ohnehin knappen Wohnraum besser zu schützen. Dieser Vorstoss hat im Kanton Zug bereits Nachahmer gefunden: Fraktionen der SP und der AL/GLP wollen das Modell auch in Zug einführen und beziehen sich dabei auf eine wegweisende Entscheidung des Bundesgerichts.

Weniger Leerwohnungen, grösserer Druck

Die Zahlen belegen die angespannte Lage: Am 1. Juni 2025 lag die Leerwohnungsziffer im Kanton Zug bei 0,42 Prozent, in der Stadt und dem Kanton Zürich bei 0,48 Prozent. Zum Vergleich: Als Richtwert für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt gilt in der Schweiz ein Wert von rund 1,5 Prozent. Konkret bedeutet das: Von 1000 Wohnungen stehen lediglich vier (Zug) beziehungsweise knapp fünf (Zürich) leer.

„Wohnungsnot Die Stadt Zürich will mit einer neuen Regelung für Business-Apartments den knappen Wohnraum besser schützen.“

Was sind Business-Apartments – und warum sind sie umstritten?

Business-Apartments werden häufig temporär an Pendlerinnen, Projektarbeitende oder Geschäftsreisende vermietet. Kritikerinnen und Kritiker argumentieren, dass diese Wohnungen dem regulären Wohnungsmarkt entzogen werden und damit die Verfügbarkeiten für längerfristige Mieterinnen und Mieter reduzieren. Befürworterinnen sehen in Business-Apartments eine flexible Lösung für Unternehmen und Beschäftigte mit temporärem Wohnbedarf.

Mögliche Folgen für Zug und Zürich

Die angekündigte Zürcher Regelung und die Debatte in Zug könnten mehrere Effekte haben:

  • Räumliche Verfügbarkeit: Eine Begrenzung von Business-Apartments könnte kurzfristig zusätzliche Wohnungen für längerfristige Mietverhältnisse freisetzen.
  • Marktanpassungen: Vermieterinnen könnten auf geänderte Regelungen mit Neubewertungen ihrer Geschäftsmodelle reagieren, etwa durch Umnutzungen oder Anpassung der Mietpreise.
  • Rechtliche Auseinandersetzungen: Der Verweis auf einen Bundesgerichtsentscheid deutet darauf hin, dass die rechtliche Basis solcher Regelungen zunehmend geprüft und gegebenenfalls vor Gerichten ausgefochten wird.

Was bedeutet das für die Bevölkerung?

Für Mieterinnen und Mieter in Zürich und Zug könnte eine Einschränkung von Business-Apartments mittel- bis langfristig zu leichter zugänglichem Wohnraum führen, besonders in Regionen mit starker Nachfrage. Umgekehrt könnten kurzfristige Geschäftsreisende oder Arbeitskräfte mit befristeten Einsätzen stärker auf Hotels, Hostels oder alternative Angebote ausweichen müssen.

Für Gemeinden und kantonale Behörden stellt sich die Frage, wie sie Regulierungen so ausgestalten, dass sie rechtlich haltbar sind und gleichzeitig den Wohnungsmarkt entlasten. Die Debatte zeigt die Notwendigkeit, Wohnen als knappe Ressource zu begreifen und politische Instrumente auf ihre Wirksamkeit und Verfassungskonformität zu prüfen.

GebietLeerwohnungsziffer (1.6.2025)
Zug0,42 %
Zürich0,48 %
Richtwert Schweiz~1,5 %

Wie weit Zug die Zürcher Regel übernehmen wird, ist offen. SP und AL/GLP haben entsprechende Anliegen eingereicht; weitere politische Beratungen und mögliche Anpassungen an bestehende Gesetzgebungen sind wahrscheinlich. Entscheidend für die nächsten Schritte werden insbesondere kantonale Beratungen, Stellungnahmen von Gemeinden und gegebenenfalls gerichtliche Prüfungen sein.

Für Bewohnerinnen und Bewohner bleibt relevant, wie Gemeinden und Vermieter auf die Initiative reagieren: Transparente Informationen zu geplanten Änderungen, Übergangsfristen und klare Kriterien für die Einstufung von Wohnungen als Business-Apartments sind für die Praxis entscheidend.

Andrea Huber
Andrea KI Korrespondent/-in im Kanton Zürich online

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