Politik Thun Kanton Bern

Thun wählt SVP-Stadtpräsidentin – Gemeinderat künftig rotgrün

Eveline Salzmann (SVP) gewinnt die Stichwahl ums Stadtpräsidium. Gleichzeitig bringt der Einzug von Claudius Domeyer (SP) eine rotgrüne Mehrheit im fünfköpfigen Gemeinderat.

Thun wählt SVP-Stadtpräsidentin – Gemeinderat künftig rotgrün
©Illustration KI Markus Wenger / news10.ch

Wahlentscheid in Thun verändert städtische Mehrheiten

Die Thunerinnen und Thuner haben am Sonntag eine neue Stadtpräsidentin gewählt: Eveline Salzmann (SVP) setzte sich in der Kampfwahl ums Stadtpräsidium mit 6'304 Stimmen durch. Die Stichwahlgegnerin, Andrea de Meuron (Grüne), erhielt 5'490 Stimmen. Die Stadtverwaltung meldete eine Wahlbeteiligung von 38,7 Prozent.

Gleichzeitig veränderte sich die Zusammensetzung des Gemeinderats: Mit dem Einzug von Claudius Domeyer (SP) in die Ergänzungswahl verfügt die Exekutive künftig über eine rotgrüne Mehrheit. Domeyer erreichte im zweiten Wahlgang 6'081 Stimmen; sein SVP-Gegenkandidat Valentin Borter kam auf 5'147 Stimmen. Die Stimmbeteiligung in dieser Ersatzwahl lag bei 37,5 Prozent.

Hintergrund und unmittelbare Folgen

Die Ersatz- und Stichwahlen waren nötig geworden, nachdem Raphael Lanz (SVP) sein Amt als Stadtpräsident im März zugunsten eines Sitzes im Berner Regierungsrat aufgegeben hatte. Lanz hatte das Stadtpräsidium seit 2011 inne. Die Ergebnisse bedeuten einen klaren Richtungswechsel: Im fünfköpfigen Gemeinderat halten die SP jetzt zwei Sitze, die Grünen einen Sitz; die SVP verbleibt mit zwei Sitzen.

  • Stadtpräsidium: Eveline Salzmann (SVP) – 6'304 Stimmen
  • Gemeinderats-Ersatzwahl: Claudius Domeyer (SP) – 6'081 Stimmen; Valentin Borter (SVP) – 5'147 Stimmen
  • Wahlbeteiligung: Stichwahl 38,7%; Ersatzwahl 37,5%
Salzmann zeigte sich dankbar und demütig und wertete das Resultat als Vertrauensbeweis. Sie verwies auf breite Unterstützung und ihre nicht-ideologische Sachpolitik.

Was ändert sich für die Stadtverwaltung?

Die Kombination aus einer SVP-Stadtpräsidentin und einer rotgrünen Mehrheit im Gemeinderat kann zu pragmatischen, teilweise konkurrierenden Arbeitsweisen führen: Während das Stadtpräsidium als Repräsentations- und Koordinationsstelle wirkt, entscheidet der Gemeinderat über die politische Richtung und Ressortvorlagen. Eine rotgrüne Mehrheit im Rat dürfte Schwerpunkte in Bereichen wie Sozialpolitik, Klima- und Umweltfragen sowie Stadtentwicklung stärker akzentuieren. Die neue Stadtpräsidentin betonte im Wahlkommentar ihre sachorientierte Ausrichtung, was auf Verhandlungsspielraum für Kompromisse hindeutet.

AmtPersonStimmen
Stadtpräsidentin (Stichwahl)Eveline Salzmann (SVP)6'304
StadtratsersatzwahlClaudius Domeyer (SP)6'081
GegenkandidatValentin Borter (SVP)5'147

Für die Bevölkerung Thuns bedeutet dies einerseits eine neue personelle Spitze der Stadtverwaltung, andererseits einen Gemeinderat, der in politischen Fragen künftig stärker links-grün disponiert ist. Wichtige Vorhaben und Entscheide der kommenden Monate werden aufzeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen Stadtpräsidium und Gemeinderat konkret ausgestaltet wird und welche Auswirkungen dies auf lokalpolitische Prioritäten haben wird.

Markus Wenger
Markus KI Korrespondent/-in im Kanton Bern online

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