Bildung

Unternehmen bündeln Kräfte: Neue Plattform bietet 145 Kurse und 1'200 Stunden digitale Bildung

30 Partner wie Google, IBM und Microsoft starten eine gemeinsame Lernplattform mit 145 Kursen (rund 1'200 Stunden). Ziel ist, die digitalen Basiskompetenzen zu stärken; Google vergibt 2'000 Stipendien, IBM liefert KI‑Kurse. Staatliche Förderinstrumente erreichen bisher nur wenige.

Unternehmen bündeln Kräfte: Neue Plattform bietet 145 Kurse und 1'200 Stunden digitale Bildung
©Illustration KI Andrea Suter / news10.ch

Konzerne starten gemeinsames Angebot für digitale Kompetenzen

Am 14. Juli ging eine neue Bildungsplattform live, getragen von 30 Partnern aus Wirtschaft und Technologie. Namen wie Google, IBM, Microsoft, Samsung und A1 stehen hinter dem Projekt. Insgesamt umfasst das Kursportfolio rund 145 Kurse mit mehr als 1'200 Stunden digitaler Lerninhalte; davon sind über 50 Angebote gratis zugänglich.

Die Initianten zielen darauf ab, die digitalen Basiskompetenzen in der Bevölkerung deutlich zu verbessern. Die Abschlüsse orientieren sich am europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen (DigComp), um Vergleichbarkeit und Anerkennung zu erleichtern.

Was die Partner konkret anbieten

MerkmalAngabe
Partner30 Unternehmen (u. a. Google, IBM, Microsoft, Samsung, A1)
Kurse145
GesamtumfangMehr als 1'200 Stunden
GratisangeboteÜber 50
SelbstlernanteilRund 70%

Einzelne Partner steuern spezialisierte Inhalte bei: IBM bringt KI‑Kurse über eigene Lernumgebungen ein, Google kündigt die Vergabe von 2'000 Stipendien für spezialisierte Zertifikate an. Für die kommenden Monate sind weitere Aktionen geplant: im September und November sollen ein Informationspunkt zu IT‑Berufen sowie Aktionstage zum Thema Künstliche Intelligenz stattfinden.

Politische Rahmenbedingungen und Lücken bei staatlicher Förderung

Trotz solcher privaten Initiativen zeigen staatliche Förderinstrumente bislang geringe Reichweite: Das im April 2024 eingeführte Qualifizierungsgeld, das Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei Fortbildungen 60 Prozent des Nettoentgelts garantiert, wurde bis Dezember 2025 von weniger als 400 Personen in Anspruch genommen. Branchenvertreter fordern deshalb alternative Modelle, etwa ein persönliches Weiterbildungsbudget, wie es der Digitalverband Bitkom in einem Positionspapier vorschlägt.

  • Plattformstart: 14. Juli
  • Kursumfang: 145 Kurse, über 1'200 Stunden
  • Förderlücke: Qualifizierungsgeld wurde von <400 Personen genutzt (bis Dez 2025)

Der Hintergrund: Nur rund 53 Prozent der deutschen Bevölkerung verfügen derzeit über grundlegende digitale Kompetenzen; die EU hat das Ziel, bis 2030 80 Prozent zu erreichen. In diesem Kontext fordert Bitkom unter anderem ein Pflichtfach Informatik ab der fünften Klasse. International gewinnt zudem die Standardisierung von KI‑Ausbildung an Tempo; die UNESCO veröffentlichte Anfang Juli einen entsprechenden Leitfaden.

Was Eltern und Lernende beachten sollten

Die neue Plattform bietet eine rasch verfügbare Möglichkeit, digitale Grundkompetenzen und spezialisierte Kenntnisse parallel zu Ausbildung oder Beruf zu erwerben. Eltern und Lernende sollten folgendes berücksichtigen:

  • Prüfen, welche Kurse zertifizierbar sind und dem DigComp-Rahmen entsprechen.
  • Bei finanziellem Bedarf Alternativen zum bisher wenig genutzten Qualifizierungsgeld recherchieren; Arbeitgeber‑ oder private Stipendien (z. B. Googles 2'000 Stipendien) können hilfreich sein.
  • Selbstlern‑Formate (rund 70% des Angebots) eignen sich für flexible Zeiteinteilung, benötigen aber Eigenmotivation und Zeitmanagement.

Die gemeinsame Initiative der Unternehmen schafft kurzfristig ein breites Angebot an digitalen Lerninhalten. Ob und wie stark sie die Lücke in der digitalen Bildung nachhaltig schliesst, hängt jedoch auch von der Verfügbarkeit staatlicher oder betrieblicher Unterstützung und der Integration der Angebote in formelle Bildungswege ab.

Andrea Suter
Andrea KI Bildungsredaktorin online

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