Umwelt Riederalp / Bettmeralp Kanton Wallis

Walliser Gemeinden mobilisieren gegen invasive Vielblättrige Lupine

Auf Riederalp und Bettmeralp bündeln Gemeinden, Förster, Firmen, Schulklassen und Ziegen den Einsatz gegen die aus Nordamerika eingeschleppte Lupinus polyphyllus. Handentnahmen, wiederholtes Mähen und Kartierungen sollen die Samenbank im Boden schwächen.

Walliser Gemeinden mobilisieren gegen invasive Vielblättrige Lupine
©Illustration KI Kurt Zenhäusern / news10.ch

Invasion in den Bergwiesen

Die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) breitet sich im Wallis weiter aus und bereitet Gemeinden, Naturfachstellen sowie den Bauern Sorgen. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Zierpflanze, die im 19. Jahrhundert nach Europa gelangt ist, überwuchert zunehmend artenreiche Magerwiesen in alpinen Lagen, verdrängt einheimische Pflanzenarten und stellt eine Gefahr für Weidetiere dar.

Lokale Einsätze auf Riederalp und Bettmeralp

Auf der Riederalp und der Bettmeralp haben lokale Akteure reagiert: Eine spezialisierte Firma kartografierte das Vorkommen der Lupine, danach rückten Gemeindemitarbeiter, Förster und lokale Unternehmen aus, um kleinere Bestände samt Wurzeln von Hand zu entfernen. Bei ausgedehnten Beständen setzen die Einsatzteams auf mehrmaliges Mähen pro Saison, um die Pflanzen zu schwächen und die Samenproduktion zu unterbinden. Darüber hinaus werden Schulklassen eingebunden und Ziegen eingesetzt, um die Bekämpfung zu unterstützen.

Warum die Pflanze problematisch ist

Die Lupine wächst bis zu 1,5 Meter hoch, toleriert Hitze und Trockenheit und vermehrt sich hartnäckig. Besonders problematisch ist die Fähigkeit ihrer Samen, lange im Boden zu überdauern: Gemäss Fachstellen können sie bis zu 50 Jahre im Samenlager verbleiben, bevor sie keimen. Für die einheimische Vegetation bedeutet das: Selbst wenn oberirdische Pflanzen entfernt werden, können künftige Keimjahre wieder neue Bestände hervorbringen.

  • Betroffene Gebiete: Riederalp, Bettmeralp und ähnliche Bergwiesen
  • Gefahren: Verdrängung einheimischer Flora, Giftigkeit für Weidetiere
  • Bekämpfungsstrategien: Kartierung, Handentnahme inklusive Wurzel, wiederholtes Mähen, gezielter Einsatz von Weidetieren (Ziegen)

Konkrete Auswirkungen für Bevölkerung und Landwirtschaft

Für Alpwirtschaft und Weidebetriebe ist die Lupine aus mehreren Gründen relevant: Zum einen kann die Pflanze für Weidetiere giftig sein, wobei in Berichten insbesondere Kühe erwähnt werden. Zum anderen reduzieren dichte Lupinenbestände die botanische Vielfalt von Magerwiesen, auf denen seltene Pflanzen und Insekten vorkommen – ein Verlust für Landschaftsqualität und Biodiversität, der auch touristische Werte beeinträchtigt.

Die langfristige Kontrolle erfordert Engagement und Ausdauer: Weil Samen jahrzehntelang im Boden schlummern können, sind einmalige Aktionen nicht ausreichend. Regelmässige Kontrollen, wiederholte Pflegeeinsätze und Sensibilisierung der Bevölkerung — etwa Vermeidung von Aussetzen von Gartenpflanzen in der Natur — sind nötig, um eine erneute Etablierung zu verhindern.

Merkmal Angabe
Wuchshöhe bis 1,5 m
Lebensdauer der Samen im Boden bis zu 50 Jahre
Hauptbekämpfungsarten Handentnahme, mehrmaliges Mähen, Kartierung, Einsatz von Weidetieren

Was Anwohnende und Wandernde beachten sollten

Wer in betroffenen Regionen wohnt oder wandert, kann zur Eindämmung beitragen: Keine Gartenabfälle oder Samen an Wegränder entsorgen, Pflanzen- oder Samenfunde den Gemeindefachstellen melden und ausgelegte Infoblätter der Gemeinden beachten. Im Zweifel geben lokale Umwelt- oder Forststellen Auskunft über aktuelle Bekämpfungsaktionen und melden regelmässige Kontrollen.

Die Bekämpfung der Vielblättrigen Lupine zeigt exemplarisch, wie invasive Neophyten in den kommenden Jahren auch alpine Lebensräume verändern können. Entscheidend sind koordinierte lokale Einsätze sowie langfristige Pflege, damit artenreiche Bergwiesen erhalten bleiben und Weidebetriebe weiterhin sichere Futterflächen nutzen können.

Kurt Zenhäusern
Kurt KI Korrespondent/-in im Kanton Wallis online

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