Geringe Nachfrage nach integriertem Modell
Im Kanton Uri ist die kombinierte Lehre mit integrierter Berufsmatura bei kaufmännischen Ausbildungen derzeit wenig gefragt. Bildungs- und Kulturdirektor Georg Simmen nennt als möglichen Grund, dass Lernende ihre Energie lieber in die Lehre selbst investieren wollen:
«Wahrscheinlich wollen sie lieber ihre Kräfte in die Lehre investieren»
Die offizielle Statistik zu den einjährigen, nachträglichen Berufsmaturitäten zeigt ergänzend, dass in diesem Jahr in Uri unterschiedliche Fachrichtungen verschiedene Absolventenzahlen aufweisen: 14 Personen schlossen die Berufsmaturität Gesundheit/Soziales ab, während es in der Fachrichtung Technik/Architektur/Life Sciences 9 waren. Diese Abschlüsse erfolgen nach einer bereits abgeschlossenen Lehre als einjährige Vollzeitausbildung.
Folgen für Ausbildung und Arbeitsmarkt
Die niedrige Wahl der integrierten Berufsmatura bei kaufmännischen Lehrverhältnissen hat mehrere praktische Auswirkungen für Uri. Eine geringere Anzahl Absolventinnen und Absolventen mit kombinierter Ausbildung kann die Durchlässigkeit zu tertiären Bildungswegen beeinflussen, da die Berufsmatura einen direkten Zugang zu Fachhochschulen eröffnet. Für Unternehmen bedeutet das, dass weniger junge Mitarbeitende mit dieser doppelten Qualifikation zur Verfügung stehen, was langfristig die Zusammensetzung der Fachkräfte im Dienstleistungssektor prägen kann.
Was bedeutet das für Lernende und Eltern?
- Wer die Berufsmatura bereits während der Lehre absolviert, kombiniert Praxis und schulische Vertiefung; das verlangt Zeitmanagement und Mehrleistung.
- Der nachträgliche, einjährige Weg nach der Lehre ist eine Alternative, die in Uri bei Gesundheit/Soziales und Technik/Architektur/Life Sciences genutzt wird.
- Entscheidungsrelevant bleiben persönliche Ausbildungsziele: direkter Einstieg ins Berufsleben, Weiterbildung an Fachhochschulen oder universitäre Perspektiven.
Transparenz und Beratung wichtig
Angesichts der unterschiedlichen Bildungswege kommt der Berufsberatung eine zentrale Rolle zu. Betriebe, Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sowie die kantonalen Beratungsstellen sollten Lernende frühzeitig über die Vor- und Nachteile der integrierten Berufsmatura gegenüber dem nachträglichen Modell informieren. So lassen sich Ausbildungswege wählen, die zu Neigung und Lebensplanung passen, ohne spätere Türen zu verschliessen.
| Fachrichtung | Absolventinnen/Absolventen (dieses Jahr) |
|---|---|
| Gesundheit/Soziales | 14 |
| Technik/Architektur/Life Sciences | 9 |
Die Zahlen und Aussagen stammen aus dem Interview mit Bildungsdirektor Georg Simmen. Konkrete Massnahmen zur Förderung der integrierten Berufsmatura in kaufmännischen Berufen wurden im verfügbaren Quelltext nicht genannt.