Radiomarkt Schweiz: Gesamtreichweite stabil, Verschiebungen in der Deutschschweiz
Die Halbjahresauswertung von Mediapulse zeichnet für das erste Semester 2026 ein insgesamt stabiles Bild des Schweizer Radiomarkts: Landesweit schalten pro Tag über 5 Millionen Menschen und pro Woche knapp 7 Millionen Personen ein Radioprogramm ein. Die Wochenreichweite bleibt bei 93 Prozent, die Tagesreichweite sinkt leicht von 70 auf 68 Prozent.
Innerhalb dieses Gesamtbilds zeigen sich in der Deutschschweiz jedoch merkliche Verschiebungen. Die öffentlich-rechtliche SRG hält ihren Vorsprung: Zusammen kommen die SRG-Sender im Semester auf rund 2,07 Millionen tägliche Hörerinnen und Hörer – ein leichter, nach Mediapulse aber nicht signifikanter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2,10 Millionen).
Die privaten deutschschweizer Sender verzeichnen hingegen einen signifikanten Rückgang: Zusammen erreichen sie neu rund 2,42 Millionen Hörende, gut 62'000 weniger als im Vorjahressemester (2,48 Millionen). Dadurch sinkt der Marktanteil der Privatsender leicht auf 44,1 Prozent, während der SRG-Anteil minimal auf 52,8 Prozent steigt.
Konkrete Folgen für Zürich: Energy Zürich erneut auf dem Podest
Für den lokalen Markt in und um Zürich bedeutet das: An der Spitze der Privatsender bleibt Radio Pilatus unangefochten. Deutlich relevanter für Stadt und Region ist aber die knappe Verschiebung auf dem dritten Rang der meistgehörten Privatsender, wo sich in den aktuellen Zahlen eine Änderung gegenüber dem Vorjahr ergibt.
- Radio Pilatus führt die Privatradios mit 247'950 täglichen Hörerinnen und Hörern an.
- Radio 24 bleibt auf Platz zwei mit 216'490 Personen.
- Energy Zürich erobert knapp Platz drei zurück mit 197'970 Hörerinnen und Hörern; Radio Zürisee folgt mit 197'390.
| Sender | Tägliche Hörer (Deutschschweiz, ab 15) |
|---|---|
| Radio Pilatus | 247'950 |
| Radio 24 | 216'490 |
| Energy Zürich | 197'970 |
| Radio Zürisee | 197'390 |
Die Zahlen zeigen, wie eng umkämpft besonders die Plätze hinter den Marktführern sind. Für Hörerinnen und Hörer in Zürich hat das zunächst keine direkten praktischen Auswirkungen – die Programme, Frequenzen und Angebote bleiben bestehen. Bedeutend sind die Zahlen aber für die Wirtschaftlichkeit der Sender, Werbeeinahmen und die strategische Ausrichtung lokaler Produktionen.
Aus Sicht der Medienbranche in Zürich sind zwei Beobachtungen relevant: Einerseits stabilisiert die SRG ihre Position trotz kleiner Schwankungen einzelner Formate (so verlieren etwa SRF 1 und SRF 3 leicht, aber nicht signifikant). Andererseits spüren private Anbieter insgesamt einen spürbaren Zuschauerrückgang, was langfristig Programmgestaltung und Personalentscheidungen beeinflussen kann.
Für Hörerinnen und Hörer bleibt es zufolge dieser Auswertung spannend, wie sich die privaten Sender in den kommenden Semestern anpassen: Ob sie mit neuen lokalen Formaten, Digitalisierungsoffensiven oder veränderten Werbemodellen gegensteuern, wird den lokalen Medienstandort Zürich weiter prägen.