Zürich verliert an Spitze im internationalen Lebensqualitäts-Ranking
Im neuesten Bericht der Economist Intelligence Unit (EIU) liegt Zürich nicht mehr auf einem der ersten beiden Ränge: Die Stadt fällt von Platz 2 auf Platz 5 zurück. Damit überholten die australischen Städte Melbourne und Sydney die Limmatstadt; vorne liegen weiterhin Kopenhagen und neu Wien allein auf Platz 2.
Für den Index wurden insgesamt 173 Städte beurteilt. Die EIU bewertet dabei standardisiert Kriterien wie Stabilität, Gesundheit, Infrastruktur, Bildung, Kultur und Umwelt. Ein Rückgang im Ranking spiegelt nicht nur ein internationales Bild, sondern hat konkrete Konsequenzen für den Standort: Reputation, Tourismusmarketing, Zuzug von Fachkräften und kommunale Prioritäten können betroffen sein.
"Zürich ist nicht mehr die zweitlebenswerteste Stadt der Welt"
Die Platzveränderung bedeutet nicht zwangsläufig einen Einbruch in allen Einzelbereichen — viel eher deuten Verschiebungen bei anderen Städten und punktuelle Verbesserungen dort auf veränderte relative Bewertungen hin. Für Bewohnerinnen und Bewohner heisst das: Die Stadtregierung und weitere Akteure stehen unter Erwartungsdruck, in Bereichen wie Mobilität, Gesundheitsversorgung oder Kulturangebote sichtbar nachzubessern, um verlorene Positionen zurückzugewinnen.
- Bewertete Kriterien: Stabilität, Gesundheit, Infrastruktur, Bildung, Kultur, Umwelt.
- Anzahl bewerteter Städte: 173.
- Zürichs Rang 2026: Platz 5 (vorher Platz 2).
Die Rangliste dient Planern und Entscheidungsträgern als Vergleichsgrösse. Zürcher Behörden können die Resultate als Grundlage nutzen, um kommunale Investitionen zu priorisieren oder sichtbarere Massnahmen in Schlüsselbereichen zu kommunizieren. Für Unternehmen und Fachkräfte, die Wohn- und Arbeitsort abwägen, sind solche Rankings ein zusätzliches Signal neben Lohnniveau, Steuern und Arbeitsplatzangebot.
Die Verschiebung wirft Fragen zur langfristigen Strategie der Stadt auf: Welche Bereiche haben hinter anderen Metropolen zurückgefallen? Wo liegen kurzfristig wirksame Massnahmen? Mögliche Handlungsfelder sind:
- Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur und Mobilitätsangebote.
- Stärkung des Gesundheits- und Bildungsangebots.
- Förderung von Kultur- und Freizeitangeboten zur Steigerung der Attraktivität.
| Platz | Stadt |
|---|---|
| 1 | Kopenhagen |
| 2 | Wien |
| 3 | Melbourne |
| 4 | Sydney |
| 5 | Zürich |
Für die Bevölkerung von Zürich bleibt relevant, welche konkreten Unterschiede hinter dem Gesamtplatz stehen. Ein einzelner Rang allein sagt wenig über die tägliche Lebensqualität in einzelnen Quartieren oder für spezifische Bevölkerungsgruppen aus. Dennoch ist die Platzierung ein Warnsignal: In einem globalen Wettbewerb um Talente, Tourismus und Investitionen zählt Reputation.
Stadtregierung, Wirtschaft und zivilgesellschaftliche Akteure dürften die Resultate aufmerksam prüfen. Öffentlichkeitswirksame Massnahmen und gezielte Investitionen in die genannten Kernbereiche können helfen, die Position in künftigen Rankings zu stabilisieren oder zu verbessern.