In Rheinland‑Pfalz sind im vergangenen Jahr an öffentlichen Bädern und Badestellen 566 Straftaten registriert worden. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums in Mainz auf eine Anfrage der AfD‑Fraktion hervor. Die Zahlen zeigen kein klares Muster: Nach 765 Fällen 2022 und 641 im Jahr 2023 fiel die Fallzahl 2024 auf 515, 2025 stieg sie wieder auf 566.
Welche Delikte überwiegen?
Die Statistik weist einen Schwerpunkt bei Eigentumsdelikten aus: Mit 258 Fällen machten Diebstähle den größten Anteil aus. Darüber hinaus listet das Ministerium 121 Rohheitsdelikte beziehungsweise Straftaten gegen die persönliche Freiheit auf. Unter diesen Rubriken werden unter anderem Körperverletzungen, Bedrohung, Nötigung und Raub geführt. Erschreckend ist die Zahl der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Insgesamt wurden 49 Fälle verzeichnet, darunter 12 sexuelle Belästigungen, 12 sexueller Missbrauch von Kindern und 3 Vergewaltigungen.
Wer sind die Tatverdächtigen?
Von den insgesamt 316 Tatverdächtigen waren den Angaben zufolge 243 männlich. Das Innenministerium vermerkt zudem, dass 108 Personen bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten waren. Eine genauere Differenzierung nach Art des Tatorts — also etwa Freibad versus Schwimmhalle — ist laut Ministerium nicht möglich.
Kontext und mögliche Auswirkungen
Die Zahlen werfen Fragen zur Prävention an öffentlichen Badeorten auf: Betreiberinnen und Betreiber von Einrichtungen, kommunale Ordnungsdienste und Polizei stehen vor der Herausforderung, Sicherheit zu gewährleisten ohne die Zugänglichkeit öffentlicher Räume einzuschränken. Besonders die Meldungen zu Sexualdelikten unterstreichen den Bedarf an Aufklärung, sichtbarer Präsenz und schnellen, niederschwelligen Meldewegen für Betroffene.
- Aufklärungskampagnen in Bädern könnten das Bewusstsein für Schutz‑ und Meldeoptionen stärken.
- Mehr Personal oder Videoüberwachung steigern zwar die Wahrnehmung von Sicherheit, werfen aber Fragen des Datenschutzes und der Kosten auf.
- Eine bessere Datengrundlage (Unterscheidung nach Badetyp) würde gezieltere Schutzmassnahmen erlauben.
| Jahr | Erfasste Straftaten |
|---|---|
| 2022 | 765 |
| 2023 | 641 |
| 2024 | 515 |
| 2025 | 566 |
Die Ministeriumsantwort liefert eine Übersicht, vermeidet aber detaillierte Angaben zur Fundstelle der Taten. Ohne die Aufschlüsselung bleibt unklar, ob bestimmte Badetypen oder Regionen besonders betroffen sind. Für Politik und Verwaltung bleibt daher die Aufgabe, die Datenlage zu verbessern und zugleich praktikable Schutzkonzepte für den Sommerbetrieb an Bädern und Badestellen umzusetzen.