Rekordtemperatur in der Aare — Folgen für Menschen und Umwelt
Die Aare in Bern hat am Dienstagnachmittag um 16.50 Uhr eine Wassertemperatur von 24,82 Grad erreicht. Dieser Wert ist nach Angaben der Messstation in Schönau der mit Abstand höchste je registrierte Messwert und liegt deutlich über dem bisherigen Jahresrekord vom 27. Juni 2026 von 24,13 Grad.
Die Rekordtemperatur spiegelt die anhaltende Hitzewelle und den Aufwärtstrend der Flusstemperaturen wider: Seit Beginn der regelmässigen Messungen durch das Bundesamt für Umwelt (Bafu) 1970 ist die durchschnittliche Temperatur der Aare in Bern um rund 2 Grad gestiegen. Die Entwicklung hat bereits konkrete Auswirkungen auf das Freizeitverhalten in der Stadt und auf das aquatische Ökosystem.
Was Bernerinnen und Berner jetzt merken
- Freibäder sind laut Berichten stark ausgelastet; die Nachfrage nach Bademöglichkeiten ist hoch.
- Auch im Fluss kommt es stellenweise zu «Dichtestress»: An beliebten Stellen wie Eichholz, Schönausteg oder Lorrainebad bilden sich Schlangen von Personen, die in der Aare schwimmen oder treiben möchten.
- Der «Morgeschwumm» gewinnt an Beliebtheit: Bereits kurz nach sechs Uhr morgens liegen die Wassertemperaturen über 23 Grad, was das frühe Schwimmen angenehmer macht.
Ökologische Auswirkungen
Die hohen Temperaturen sind nicht nur für Badende ein Thema. Die steigenden Werte belasten Fische und andere aquatische Organismen, die ihre Körpertemperatur nicht aktiv regulieren können. In fachlichen Einschätzungen wurde die Situation als Belastung für Fischbestände beschrieben; besonders ältere Tiere könnten demnach gefährdet sein, weil sie entscheidend für die Fortpflanzung sind.
„Für Bedler top, für Fische flop.“
Dieses prägnante Urteil wird in der Berichterstattung angeführt und fasst zusammen, dass die anhaltende Wärme zwar aus Sicht von Freizeitnutzung attraktiv ist, für das Ökosystem aber problematisch bleibt.
Historische Werte im Überblick
| Datum | Wassertemperatur (Bern‑Schönau) |
|---|---|
| 14. Juli 2026 | 24,82 °C |
| 27. Juni 2026 | 24,13 °C |
| 4. August 2022 | 24,12 °C |
| 7. Januar 1985 (tiefster Messwert) | 2,25 °C |
Praktische Hinweise und Ausblick
Für alle, die die Aare nutzen, gelten weiterhin die üblichen Sicherheitsregeln: aufströmende Strömungen beachten, beim Betreten und Verlassen der Flussufer vorsichtig sein und auf die eigene Kondition Rücksicht nehmen. Freibäder und Rettungsdienste sind wegen der grossen Nachfrage stark beansprucht; wer sichere Badeplätze bevorzugt, sollte die offiziellen Angebote und Hinweise der Stadt berücksichtigen.
Langfristig signalisiert der Rekord einen anhaltenden Erwärmungstrend, der auch in kühleren Jahreszeiten Auswirkungen haben kann. Für Schutz und Erhalt der Flussökologie werden Anpassungs- und Schutzmassnahmen zunehmend bedeutsam sein, wie die kontinuierliche Beobachtung der Wassertemperaturen durch Fachstellen zeigt.