Gemeinderat sieht keinen zusätzlichen Finanzbedarf
Der Berner Gemeinderat hat ein Postulat der GB/JA-Fraktion zur Ablehnung empfohlen, welches prüfen liess, ob die Stadt einen Teil von regionalen Gemüse- und Obst-Abonnements für einkommensschwache Haushalte mitfinanzieren soll. Die Vorstossenden hatten argumentiert, dass durch die steigenden Lebenshaltungskosten gesunde Ernährung für viele Menschen zur finanziellen Belastung werde und gleichzeitig die lokale Landwirtschaft unterstützt werden könnte.
Begründung des Gemeinderats
Der Gemeinderat begründet seinen Entscheid damit, dass die Mittel für Lebensmittel bereits in der regulären Sozialhilfe enthalten seien. Aus Sicht der Exekutive seien deshalb keine neuen, speziellen Beiträge nötig. Zudem verweise die Stadt auf die laufende Umsetzung des Konzepts «Nachhaltige Ernährung», das ebenfalls darauf ziele, die regionale Landwirtschaft zu stärken und marginalisierten Gruppen den Zugang zu gesunder Ernährung zu erleichtern.
Konsequenzen für Betroffene und lokale Landwirtschaft
Für Haushalte mit geringem Einkommen bedeutet der Beschluss, dass es in Bern vorerst bei den bestehenden Unterstützungsleistungen bleibt. Konkrete Ergänzungen durch subventionierte Gemüse- oder Obstabos werden nicht eingeführt. Damit bleibt die Frage, ob die bestehenden Sozialhilfemittel tatsächlich ausreichen, um eine ausgewogene und regional bezogene Ernährung dauerhaft zu gewährleisten, offen.
- Antragsteller: GB/JA-Fraktion
- Vorgeschlagene Massnahme: Mitfinanzierung regionaler Gemüse- und Obstabos für einkommensschwache Haushalte
- Entscheid des Gemeinderats: Empfehlung zur Ablehnung des Postulats
| Aspekt | Position Gemeinderat |
|---|---|
| Notwendigkeit spezieller Beiträge | Nicht gegeben — Lebensmittelbudget in Sozialhilfe enthalten |
| Alternative Strategie | Umsetzung des Konzepts «Nachhaltige Ernährung» |
| Vergleich/Praktisches Beispiel | Es wurde auf ein ähnliches Modell in Prilly (Waadt) verwiesen |
Was bleibt offen
Der Entscheid des Gemeinderats beendet die parlamentarische Initiative nicht endgültig; er empfiehlt lediglich die Ablehnung des vorliegenden Postulats. Die Diskussion über Wege, wie gesunde, regionale Lebensmittel für finanziell Schwächere zugänglich gemacht werden können, dürfte in der Stadt weiterhin geführt werden — insbesondere vor dem Hintergrund steigender Preise.
Für Betroffene ist zentral, wie Sozialhilfebudgets konkret berechnet werden und ob ergänzende Projekte im Rahmen des Konzepts «Nachhaltige Ernährung» kurzfristig entlastend wirken. Für Produzentinnen und Produzenten bleibt die Frage, wie sich Nachfrageförderung und städtische Unterstützungsinstrumente künftig ausgestalten lassen, damit regionale Produkte nachhaltig Absatz finden.