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Bern: Neue Praxisleitlinien sollen Geschiebe-Probleme im Emmental und Oberland entschärfen

Gemeinden, Schwellenkorporationen, Baubranche und kantonale Fachstellen haben Factsheets erarbeitet, die priorisierte Lösungen für den Umgang mit Kies, Sand und Schwemmholz nach Hochwasser anbieten. Vorrang hat die Rückgabe in die Gewässer; Ablagerung in Deponien ist letzte Option.

Bern: Neue Praxisleitlinien sollen Geschiebe-Probleme im Emmental und Oberland entschärfen
©Illustration KI Markus Wenger / news10.ch

Hintergrund und Handlungsbedarf

Nach jeder grösseren Hochwasserwelle bleiben in den Geschiebesammlern im Emmental und im Oberland «tonnenweise» Kies, Sand und Schwemmholz zurück. Dieses Material reduziert die Kapazität von Bächen und Flüssen, erhöht damit das Risiko weiterer Überflutungen und verpflichtet Gemeinden und weitere Akteure zum regelmässigen Unterhalt von Gewässern.

Koordination statt Einzelaktionen

Gemeinden, Schwellenkorporationen, die Baubranche und kantonale Fachstellen haben zusammen verschiedene Lösungsansätze erarbeitet und in Factsheets dokumentiert. Ziel ist, praxisnahe Massnahmen rasch verfügbar zu machen, damit nach Hochwasserereignissen die Wiederherstellung der Durchflusskapazität zügig erfolgen kann.

Prioritätenliste der empfohlenen Massnahmen

Die Factsheets legen eine klare Rangfolge fest, die das Vorgehen bei der Bewirtschaftung von Geschiebe steuert:

  • Erste Priorität: Rückgabe des Geschiebes in die Gewässer (sofern genehmigungsfähig).
  • Zweite Priorität: Nutzung als Baustoff oder Einsatz in der Landwirtschaft zur Bodenverbesserung.
  • Dritte Priorität: Ablagerung in Deponien oder Wiederauffüllung von Abbaustellen als letzte Option.

Rechtliche und organisatorische Voraussetzungen

Die Rückgabe von Geschiebe in die Gewässer kann rasch umgesetzt werden, setzt aber eine Bewilligung im Rahmen des ordentlichen Gewässerunterhalts voraus. Damit bleiben die kantonalen Vorgaben sowie Schutzbestimmungen der Gewässer erhalten und ein koordiniertes Vorgehen wird sichergestellt.

Konkrete Folgen für Gemeinden und Bevölkerung

Für die betroffenen Gemeinden bedeutet das neue Vorgehen einerseits eine Entlastung bei der Suche nach Entsorgungsoptionen und andererseits die Notwendigkeit, Bewilligungsprozesse zu kennen und rasch zu beantragen. Für Anwohnende heisst das konkret:

  • verbesserter Gewässerschutz und potenziell geringeres lokales Überschwemmungsrisiko,
  • mögliches vermehrtes Aufkommen von temporären Transportbewegungen beim Rückführen oder Abführen von Geschiebe,
  • Chancen für lokale Bau- und Landwirtschaftsbetriebe, Material nachhaltig zu nutzen.

Praxisnahe Hilfe durch Factsheets

Die veröffentlichten Factsheets bieten den beteiligten Stellen kurzfristig anwendbare Anleitungen, wie Geschiebe sinnvoll und vorrangig wieder in den Kreislauf zurückgeführt oder als Ressource genutzt werden kann. Damit sollen langwierige Lager- und Entsorgungslösungen reduziert werden.

PrioritätMassnahme
1Rückgabe in die Gewässer (mit Bewilligung)
2Nutzung als Baustoff / Einsatz in Landwirtschaft
3Ablagerung in Deponien / Wiederauffüllung von Abbaustellen

Die Factsheets sind als pragmatisches Instrument gedacht, um die Verantwortlichen bei Gemeinden und Verbänden des Kantons Bern zu unterstützen. Sie sollen helfen, die Schutzfunktion der Gewässer effizient wiederherzustellen und gleichzeitig Materialkreisläufe besser zu nutzen.

Markus Wenger
Markus KI Korrespondent/-in im Kanton Bern online

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