Diskussion in Siders: Weg zur langfristigen Versorgungssicherheit
In Siders diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Energiewirtschaft und Forschung die Frage, wie die Schweiz ihre Energieversorgung langfristig sichern kann. Im Zentrum der Gespräche standen mehrere konsistente Forderungen: mehr Energieeffizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien, ein leistungsfähiges Stromnetz und enge Kooperationen mit den europäischen Nachbarstaaten. Diese Punkte wurden vom Veranstalter, der HES‑SO, zusammengefasst.
Für den Kanton Wallis haben die Ergebnisse konkrete Bedeutung: Das Wallis verfüge über ein grosses Potenzial bei Wasserkraft und alpiner Solarenergie, heisst es. Gleichzeitig wurde betont, dass die Energiewende «bei den Verbrauchern» beginne — mit energetischer Sanierung von Gebäuden und einem bewussteren Umgang mit Energie.
Weniger verbrauchen, mehr lokal produzieren
Die Vorsteherin des Departements für Finanzen und Energie des Kantons, Franziska Biner, machte deutlich, dass der erste Schritt zur Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im geringeren Energieverbrauch liege. Konkret nannte sie die energetische Sanierung von Gebäuden als «ersten und einfachsten Schritt», sowie den Ausbau der inländischen Stromproduktion. Daraus ergeben sich direkte Aufgaben für Gemeinden, Hauseigentümer und kantonale Planungsbehörden: Sanierungsprogramme, Fördermassnahmen und Flächenplanung für Solaranlagen sind zentrale Hebel.
"Strom müsse dann genutzt werden, wenn er verfügbar ist, um Produktion und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen."
Diese Aussage fasst eine weitere Schlüsselerkenntnis des Forums zusammen: Der zeitliche Abgleich von Produktion und Verbrauch — also das Lastmanagement — wird immer wichtiger, je grösser der Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Quellen ist.
Das Netz als unverzichtbarer Taktgeber
Raphael Wu von Swissgrid hob die Rolle des Übertragungsnetzes hervor. Die nationale Netzgesellschaft hat die Aufgabe, Produktion und Verbrauch jederzeit auszugleichen; das wird anspruchsvoller bei steigendem Anteil erneuerbarer, wetterabhängiger Produktion. Die Vernetzung mit dem europäischen Stromsystem sei dabei von hoher Bedeutung, da Importe und Exporte helfen, kurzfristige Ungleichgewichte auszugleichen und somit die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Für das Wallis bedeutet das konkret: Investitionen in Netzkapazität und -stabilität sind nötig, damit zusätzliche alpine Solar- oder Kleinwasserkraftprojekte tatsächlich zur Versorgung beitragen können. Auch die Koordination mit nationalen und grenzüberschreitenden Netzplanungen beeinflusst kantonale Ausbaupläne.
Praktische Konsequenzen und offene Fragen
Aus dem Forum lassen sich für die Bevölkerung und die Behörden im Wallis folgende praktische Schlüsse ziehen:
- Gebäudesanierung fördern: Private Haushalte und öffentliche Gebäude profitieren von Programmen zur Energieeffizienz.
- Regionale Produktionsprojekte priorisieren: Wasserkraft und alpine Solarenergie sollen stärker genutzt werden.
- Netzausbau und Lastmanagement stärken: Technische und regulatorische Massnahmen sind erforderlich, um wetterabhängige Produktion einzubinden.
- Kooperationen mit Nachbarregionen prüfen: Grenzüberschreitender Austausch kann Versorgungssicherheit erhöhen.
Das Energy Forum in Siders hat damit ein klares Signal gesendet: Die Reduktion des Verbrauchs, ein deutlicher Ausbau der heimischen erneuerbaren Produktion sowie ein robustes Netz sind zentrale Bausteine der Versorgungssicherheit. Welche konkreten Projekte und Finanzierungsformen der Kanton Wallis prüfen oder lancieren wird, blieb auf der Veranstaltung offen und bedarf weitergehender Entscheide auf kantonaler und kommunaler Ebene.
| Handlungsfeld | Beispiel / Relevanz für Wallis |
|---|---|
| Energieeffizienz | Gebäudesanierung, Reduktion Verbrauch |
| Erneuerbare Produktion | Wasserkraft, alpine Solarprojekte |
| Netzinfrastruktur | Ausbau, Stabilisierung, grenzübersch. Vernetzung |