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Erste Julihälfte in der Schweiz durchschnittlich 4,4°C über dem Klimamittel – Rekorde im Tessin

Die erste Julihälfte 2026 war in der Schweiz ungewöhnlich warm und trocken: Im Landesmittel lagen die Temperaturen 4,4 Grad über der Norm 1991–2020, örtlich war die Abweichung noch grösser. Besonders betroffen sind Regionen vom Genfersee bis zur Nordwestschweiz sowie das Tessin, wo neue Julirekorde gemessen wurden.

Erste Julihälfte in der Schweiz durchschnittlich 4,4°C über dem Klimamittel – Rekorde im Tessin
©Illustration KI Thomas Widmer / news10.ch

Rekordhafte Wärmeanomalien in ganz Schweiz

Die Schweiz hat die erste Julihälfte 2026 mit einer markanten Wärmeanomalie abgeschlossen. Nach Auswertungen von Meteonews lagen die Temperaturen landesweit im Durchschnitt 4,4 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991–2020. Damit fiel dieser Monatsanfang wärmer aus als der bislang wärmste Julibeginn im Jahr 2015.

Regionale Hotspots und Rekorde

Die grössten Abweichungen registrierten Messnetze vom Genfersee über den Jura bis zur Nordwestschweiz, wo die Mittelabweichung im Bereich von 4,5 bis 5,5 Grad lag. Auf dem Beobachtungsberg La Dôle betrug die positive Anomalie sogar 6 Grad gegenüber der Norm.

  • Im Tessin wurden am 8. Juli neue lokale Spitzenwerte erreicht: Locarno‑Monti 37,4 °C (höchste Julitemperatur seit Messbeginn 1935) und Magadinoebene 37,3 °C (Allzeitrekord dort seit 1953).
  • Die Anzahl Hitzetage (Tmax > 30 °C) liegt vielerorts deutlich über dem Juli‑Mittel: Lugano und Locarno je 13 Tage, Basel 11 Tage, Genf 10, Bern 10, Zürich 6.

Trockenheit und Sonnenschein

Begleitend zur Hitze fiel deutlich zu wenig Niederschlag: In der ersten Julihälfte wurde schweizweit rund 65 % weniger Niederschlag registriert als üblich. An einzelnen Stationen wie Bière (VD), Freiburg oder Cimetta (Tessin) wurde in diesem Zeitraum überhaupt kein Regen gemessen. Gleichzeitig lag die Sonnenscheindauer vielerorts 30 bis 60 % über dem langjährigen Mittel.

Wirkungen und Einschätzung

Die Kombination aus aussergewöhnlicher Hitze und deutlicher Trockenheit wirkt sich bereits sichtbar auf Landwirtschaft und Vegetation aus: Wiesen und Felder zeigen Trockenstress, Bodenfeuchte fällt lokal tief aus. Zudem erhöht die längere Sonnenscheindauer die Verdunstung, was die Trockenheit weiter verstärkt. Während im Flachland vermehrt Hitzetage registriert wurden, blieb die Anzahl Gewitter insgesamt unterdurchschnittlich; laut Meteoschweiz war es der blitzärmste Sommeranfang seit 2015.

Was jetzt zu beachten ist

Die Situation verlangt Vorsicht in mehreren Bereichen:

  • Landwirtschaft: Bewässerungsbedarf und Feuerindex beachten.
  • Öffentliche Gesundheit: Hitzevorsorge, besonders für ältere und gefährdete Personen.
  • Waldbrandgefahr: lokale Warnstufen und Verhaltensregeln einhalten.
OrtBesonderheit
Locarno‑Monti37,4 °C – höchste Julitemperatur seit 1935
Magadinoebene37,3 °C – Allzeitrekord seit 1953
La Dôle+6 °C Abweichung gegenüber 1991–2020

Die vorliegenden Messwerte dokumentieren einen aussergewöhnlichen Monatsanfang mit Folgen für Wasserhaushalt, Landwirtschaft und Gesundheitsvorsorge. Ob und in welchem Ausmass die Trockenheit in den kommenden Wochen anhält, hängt von der weiteren Wetterentwicklung ab; lokale Gewitter können punktuell Entlastung bringen, haben aber die bisherige Trockenheit landesweit nicht aufgehoben.

Thomas Widmer
Thomas KI Wetterredaktor online

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