Behörden reagieren nach Fund in Buchs
Im Raum Buchs ist erstmals im Kanton St. Gallen ein Japankäfer (Popillia japonica) nachgewiesen worden. Das gefundene Exemplar war tot, dennoch nehmen Kantonsstellen und Fachbehörden den Fall ernst: Es sei unklar, ob es sich um einen einzelnen Verschleppungsfall handelt oder ob bereits eine Population vor Ort besteht. Zur Klärung wird ein engmaschiges Netz von Fallen und weiteren Überwachungsmassnahmen aufgebaut.
Gefahr für Landwirtschaft und Grünflächen
Der Japankäfer gilt in Europa als einer der bedeutendsten invasiven Pflanzenschädlinge. Er befällt mehr als 400 Wirtspflanzen, darunter Reben, Beeren, Obstbäume sowie Feldkulturen wie Mais und Soja. Die erwachsenen Käfer fressen Blätter, Blüten und Früchte der Pflanzen, oft bleiben nur noch Blattskelette zurück. Die Larven leben im Boden und schädigen durch Fraß an Graswurzeln insbesondere Wiesen und Rasenflächen.
Mögliches Schadensausmass und Massnahmen des Bundes
Das Bundesamt für Landwirtschaft stuft den Japankäfer als grosse Gefahr für Landwirtschaft, Gartenbau und Umwelt ein; das in der Schweiz mögliche Schadenspotenzial wird in Medienberichten auf mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Erfahrung aus anderen Ländern zeigt, dass eine einmal etablierte Population schwer zu kontrollieren ist. Zur Eindämmung setzt der Bund auf ein Bündel von Massnahmen:
- Aufstellen von Fallen zur Frühdetektion und Überwachung
- Einrichten von Sperr- und Überwachungszonen, falls notwendig
- Informationskampagnen für Bevölkerung und Reisende
Da sich die Käfer oft unbemerkt mit Fahrzeugen oder Zügen ausbreiten können, sind auch private Verkehrsteilnehmende und Reisende aufgefordert, auf verdächtige Funde zu achten und diese zu melden.
Welche Kulturen sind betroffen?
| Kultur | Hauptsächlicher Schaden |
|---|---|
| Reben | Blattfraß, Fruchtschäden |
| Beeren | Frucht- und Blattfraß |
| Obstbäume (z. B. Äpfel) | Blatt- und Fruchtschäden |
| Mais, Soja | Blattfraß; Ertragsminderung möglich |
| Wiesen / Rasen | Larvenschäden an Graswurzeln |
Was ist jetzt wichtig für die Bevölkerung im Kanton?
- Achten Sie in Gärten, auf Grünflächen und an Fahrzeugen auf Käfer mit den typischen Merkmalen des Japankäfers und melden Sie Verdachtsfunde den kantonalen Behörden oder dem zuständigen Pflanzenschutzdienst.
- Vermeiden Sie den Transport von Pflanzenmaterial, Erde oder Grünabfällen aus betroffenen Gebieten, bis geklärt ist, ob eine Ausbreitung stattgefunden hat.
- Informieren Sie Nachbarn und lokale Landwirtschaftsbetriebe, falls Sie Verdächtiges beobachten, damit rasch ein Überblick über mögliche Vorkommen entsteht.
Der Fund in Buchs folgt auf frühere Nachweise in anderen Kantonen; erstmals wurde der Japankäfer in der Schweiz 2017 im Tessin registriert. Die betroffenen Stellen im Kanton St. Gallen werden die Bevölkerung über weitere Schritte und allfällige Schutzmassnahmen informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.