Leichter Rückgang beim Hirschbestand
Die kantonalen Erhebungen für das Jahr 2026 weisen den Hirschbestand in Graubünden mit 13'485 Individuen aus, das sind 100 Tiere weniger als im Vorjahr. Der Kanton interpretiert diese Entwicklung als Fortsetzung des Reduktionskurses, der in der Strategie «Lebensraum Wald‑Wild 2021» verankert ist und eine Verbesserung der Wald‑Wild‑Situation bezweckt.
Abschussplan und Geschlechteranteil
Gemäss dem kantonalen Abschussplan sollen in der laufenden Jagdsaison 4616 Hirsche erlegt werden (2025: 4835). Davon entfallen 2514 auf weibliche Tiere (2025: 2638). Der Kanton betont, dass die Jagdmassnahmen trotz eines sehr milden Winters zur Bestandesreduktion beigetragen hätten.
- Gesamthirschbestand 2026: 13'485 Tiere
- Geplanter Abschuss: 4616 Hirsche
- Weibliche Hirsche im Abschussplan: 2514
- Rehzählungen: 970 Tiere in Testgebieten (+46 gegenüber 2025), gesamt genannte Zahl: 3088
Regionale Unterschiede und mittelfristige Zielsetzungen
Die kantonalen Angaben heben hervor, dass die Entwicklung nicht überall gleich verläuft: Beim Rehwild werden insgesamt ähnliche Bestände wie 2025 festgestellt, allerdings mit markanten regionalen Unterschieden. Für Gämsen sind in den meisten Regionen Abschussvorgaben auf Vorjahresniveau geplant. Der Kanton zieht eine Zwischenbilanz zur Strategie: Im Vergleich zu 2020 sei der Hirschbestand um 17 Prozent oder 2805 Tiere reduziert worden.
"In 19 der 21 Hirschregionen entspricht die Entwicklung des Hirschbestands der Zielsetzung der Strategie Lebensraum Wald‑Wild 2021",
so Adrian Arquint, Co‑Leiter des Amts für Jagd und Fischerei. In mehreren Regionen sei die angestrebte Reduktion erreicht worden; die Bestände könnten dort stabilisiert werden.
Folgen für Wald, Landwirtschaft und Jagd
Der Kanton weist darauf hin, dass eine nachhaltige Verjüngung der Wälder in vielen Regionen weiterhin von einer intensiven Bejagung von Rehgeissen und Gämsen im Wald abhängt. Für Waldbesitzende und Förster bleibt die Bestandesentwicklung zentral: Weniger Verbissdruck erhöht die Chance auf natürliche Verjüngung und damit auf stabilere Waldstrukturen. Gleichzeitig beeinflusst die Abschussplanung die Arbeit der Jägerinnen und Jäger, denen im Kanton ein grosser Anteil am bisherigen Rückgang zugeschrieben wird.
| Kategorie | 2026 | Vergleich/Anmerkung |
|---|---|---|
| Geschätzter Hirschbestand | 13'485 | −100 gegenüber 2025 |
| Geplanter Abschuss Hirsche | 4616 | 2025: 4835 |
| Davon weibliche Hirsche | 2514 | 2025: 2638 |
| Rehzählung in Testgebieten | 970 | +46 gegenüber 2025 |
| Reduktion seit 2020 | −2805 | −17% |
Für die Bevölkerung bedeutet die Entwicklung konkret: weniger Wildschäden in Wäldern und Jungkulturen sind möglich, dennoch bleiben lokale Hotspots bestehen, in denen intensive Schutzmassnahmen notwendig sind. Landwirtinnen und Landwirte, Forstleute sowie Gemeinden werden die Zahlen weiter beobachten müssen, um regional abgestimmte Schutz- und Managementmassnahmen zu planen. Die kantonalen Abschusspläne geben die Richtung vor, die Umsetzung liegt bei lokalen Jägervereinen und Jagdkommissionen.