Akute Lage in Flüssen und Bächen
Im ganzen Kanton Bern herrschen seit Tagen sehr hohe Temperaturen; die Folge sind deutlich erwärmte Gewässer und an einzelnen Stellen bereits ausgetrocknete Zuflüsse. Besonders angespannt ist die Situation an der Emme und der Ilfis, wo Zuläufe wie der Röthenbach, die Gohl und der Fambach laut Bericht bereits trocken gefallen sind. Für Fischbestände bedeutet dies eine unmittelbare Bedrohung: fehlendes Wasser und sinkender Sauerstoffgehalt können zu grossflächigen Ausfällen führen.
Welche Massnahmen ergreift der Kanton?
Das Fischereiinspektorat des Kantons Bern hat Notmassnahmen eingeleitet, um akute Schäden zu begrenzen. Dazu gehören:
- Notabfischungen an betroffenen Stellen, um stark gestresste Tiere in Gebiete mit genügend Wasser umzusetzen.
- Informations- und Sensibilisierungsaktionen für die Bevölkerung, damit Menschen und Haustiere kritische Erholungsstellen der Fische nicht stören.
- Provisorische Schattenspannungen über Gewässer, um lokale Temperaturspitzen zu mindern.
Diese Massnahmen zielen darauf ab, kurzfristig Todesfälle zu vermeiden und die Überlebenschancen der Fischbestände zu erhöhen. Langfristige Entspannung erfordert jedoch anhaltenden Niederschlag.
Was sagen die Verantwortlichen?
"Wir versuchen mit Befischungen die gestressten Tiere an andere Bereiche, wo noch mehr Wasser ist, zu bringen. Und wir versuchen die Menschen zu senibilisieren, dass sie und ihre Haustiere den Gewässern an den kritischen Stellen, wo Fische sich erholen, fernzubleiben"
Diese Worte stammen von Michael Häberli, Bereichsleiter des Fischereiinspektorats des Kantons Bern. Sie fassen die Dringlichkeit der Lage und das Vorgehen der Behörden zusammen.
Regionale Unterschiede und Nachbarkanton
Während der Kanton Bern zu Notabfischungen und lokalen Schutzmassnahmen greift, hat der Kanton Solothurn bereits ein weitergehendes Mittel ergriffen: Dort wurde für die meisten Fliessgewässer ein Bade- und Fischereiverbot verhängt, mit Ausnahmen wie der Aare, der Birs und der Emme. Das zuständige Amt in Solothurn betont, dass kurzfristige Gewitter nur vorübergehende Linderung bringen; zur nachhaltigen Erholung benötigten die Gewässer mehrere Tage anhaltenden Regen.
| Betroffene Gewässer (Beispiele) | Massnahme |
|---|---|
| Emme, Ilfis | Notabfischungen, Sensibilisierung |
| Röthenbach, Gohl, Fambach (Zuläufe) | teilweise ausgetrocknet, Umsiedlung von Fischen |
Was bedeutet das für die Bevölkerung?
Für Anwohnerinnen und Erholungssuchende im Kanton Bern gelten praktische Verhaltensregeln: Menschen und Hunde sollten sich nicht in sensiblen Erholungszonen der Fische aufhalten; beispielsweise sollten Uferbereiche mit geringer Tiefe und eingespielte Strömungsruhezonen gemieden werden. Anglerinnen und Angler sowie Bootsfahrende werden gebeten, Hinweise der kantonalen Fischereibehörde zu beachten und – falls lokale Verbote ausgesprochen werden – diese einzuhalten. Solche Massnahmen tragen unmittelbar dazu bei, zusätzliche Belastung für bereits gestresste Bestände zu verhindern.
Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass unkompliziert wirkende Eingriffe wie Schattenspannungen nur begrenzt helfen; langfristige Entspannung und Erholung der Bestände hängen entscheidend vom Niederschlag ab. Bis dahin wird der Kanton Bern die Lage weiterhin beobachten und nötigenfalls weitere Massnahmen umsetzen.