Koalas nutzen Ruhe und Wälder als Klimaanlage
Der Zoo Zürich erläutert, wie Koalas ihre Lebensweise an heisse und trockene Bedingungen angepasst haben. Trotz der Hitzerekorde dieses Juni kommen die meisten Tiere im Zoo erstaunlich gut mit höheren Temperaturen zurecht. Entscheidend sind dabei mehrere Verhaltensweisen, mit denen Koalas Energie und Wasser sparen.
«auf Sparflamme»
Koalas verbringen einen Grossteil ihres Tages mit Ruhen und Dösen. Bis zu zwanzig Stunden täglich verbringen sie schlafend oder ruhend in Astgabeln von Eukalyptusbäumen. Dieser Lebensstil minimiert die Wärmeproduktion durch Bewegung und reduziert damit den Energiebedarf.
Warum diese Anpassungen funktionieren — und wo die Grenzen sind
Die Nahrung der Koalas besteht ausschliesslich aus Eukalyptusblättern, die sehr schwer verdaulich sind. Das führt zu einem sehr niedrigen Stoffwechsel, wodurch die Tiere weniger körpereigene Wärme produzieren und gleichzeitig einen geringeren Wasserbedarf haben. Solche physiologischen Eigenschaften ermöglichen es Koalas, in trockenen, warmen Habitaten zu überleben.
Gleichzeitig nutzen Koalas im natürlichen Verbreitungsgebiet die Struktur der Wälder: Nicht alle Partien eines Eukalyptushauses sind gleich warm. Es existieren Mikrohabitate, die mehrere Grad kühler sind als die Umgebung; Koalas suchen gezielt diese Orte und sind außerhalb der kühleren Morgen- und Abendstunden weniger aktiv.
Konkrete Folgen für den Zoo Zürich und Besucher
- Der Zoo beobachtet, dass viele Tierarten durch Verhaltensanpassungen Hitzewellen überstehen, was für die Tierpflege bedeutsam ist.
- Für Besucher lohnt es sich, die Pflegemassnahmen und Ruhephasen der Tiere zu respektieren: Koalas sind oft in den Zweigen zu sehen, wenn sie dösen, und zeigen in der Hitze weniger Aktivität.
- Für die Tierhalter bleibt Klimaanpassung ein Thema: Bäume, schattenspendende Strukturen und Zugang zu kühleren Mikrohabitaten sind wichtig.
Ein Bild aus dem Zoo zeigt das Koalamännchen Tarni bei der typischen Ruheposition in der Astgabel, ein alltäglicher, aber bedeutender Ausdruck dieser Überlebensstrategie (Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini).
Fakten im Überblick
| Aspekt | Angabe aus der Meldung |
|---|---|
| Schlaf-/Ruhezeit | Bis zu 20 Stunden täglich |
| Typisches Sommerklima im Verbreitungsgebiet | Temperaturen um 30 Grad Celsius |
| Nahrung | Exklusiv Eukalyptus (schwer verdaulich) |
Die beschriebenen Anpassungen helfen Koalas, akute Hitzebelastungen zu überstehen. Gleichzeitig macht die Abhängigkeit von spezifischen Lebensräumen und Nahrung deutlich, warum der Klimawandel eine grössere Gefahr darstellt: Langfristige Veränderungen der Vegetation, häufiger auftretende Extremwetterereignisse und Verlust geeigneter Mikrohabitate können die Lebensgrundlage der Tiere beeinträchtigen.
Für Zürcherinnen und Zürcher bedeutet das: Der Zoo bleibt ein Ort, um Anpassungsstrategien der Tierwelt zu beobachten und zugleich die Bedeutung von Klima- und Naturschutz praxisnah zu vermitteln. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, Rücksicht auf Ruhephasen zu nehmen und sich über die Haltungsmassnahmen im Zoo zu informieren.