Fälschung mithilfe von KI führt zu Verurteilung
Eine Frau aus der Region Bern hat ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis nicht von einem Arzt, sondern mit Hilfe der KI-Anwendung ChatGPT erstellen lassen und damit ihren Arbeitgeber getäuscht. Die Frau gab in dem Dokument an, für eine Woche krankgeschrieben zu sein, und wählte als Absender eine Arztpraxis in Bern. Während des angegebenen Zeitraums erschien sie nicht am Arbeitsplatz. Das Gericht sprach sie nun wegen Urkundenfälschung schuldig.
Strafe und Folgen
Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 24 Tagessätzen zu je 30 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zusätzlich muss die Verurteilte eine Busse von 300 Franken und Verfahrenskosten von 500 Franken tragen. Die Anklage stützte sich darauf, dass die Frau sich durch die vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit unrechtmässig Zeit und Geld verschafft hatte.
Konkrete Auswirkungen für Arbeitgeber und Beschäftigte
- Arbeitgebende sollten Zertifikate künftig sorgfältig prüfen und bei Verdacht Rückfragen an die angegebene Praxis stellen.
- Beschäftigte riskieren strafrechtliche Konsequenzen bei der Einreichung gefälschter Arztzeugnisse – unabhängig davon, ob diese digital mit KI erzeugt wurden.
- Die Rechtsprechung zeigt, dass der Einsatz von KI zur Herstellung täuschend echter Dokumente die bestehenden strafrechtlichen Tatbestände nicht ausser Kraft setzt.
Technik, Täuschung und Rechtslage
Im geschilderten Fall wurde die KI dazu verwendet, ein täuschend reales Formular zu erzeugen und eine real wirkende Absenderpraxis anzugeben. Die Verurteilung stützt sich nicht auf die Technologie selbst, sondern auf die täuschende Übermittlung einer falschen Urkunde an den Arbeitgeber. Das Urteil verdeutlicht, dass neue Technologien bestehende Missbrauchsmöglichkeiten erweitern, die Rechtsfolgen für Täuschungen aber bestehen bleiben.
Wichtige Hinweise für die Praxis
- Arbeitgebende: Bei ungewöhnlichen Absenderangaben oder formalen Mängeln ärztlicher Zeugnisse Rücksprache mit der Praxis suchen oder eine Kopie des Originals verlangen.
- Beschäftigte: Echtheit und richtige Ausstellung ärztlicher Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sicherstellen; Missbrauch kann zu Strafbarkeit und finanziellen Folgen führen.
- Politik und Behörden: Fälle wie dieser werfen Fragen zur Sensibilisierung, zur Kontrolle digitaler Dokumente und zu Präventionsmassnahmen im Arbeitsrecht auf.
| Aspekt | Konkrete Angaben |
|---|---|
| Art der Tat | Urkundenfälschung (gefälschtes Arbeitsunfähigkeitszeugnis) |
| Technisches Hilfsmittel | ChatGPT (KI) |
| Strafe | 24 Tagessätze zu je 30 Franken, Probezeit 2 Jahre |
| Weitere Kosten | Busse 300 Franken, Verfahrenskosten 500 Franken |
Der Fall stammt aus der Region Bern; Namen von Betroffenen oder der konkreten Praxis wurden in der Berichterstattung nicht genannt. Er dient als aktuelles Beispiel dafür, wie digitale Werkzeuge missbräuchlich eingesetzt werden können und welche rechtlichen Konsequenzen daraus folgen.